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Eine kirchenmusikalische Zeitreise durch die Jahrhunderte

Binabiburg. 750 Jahre Pfarrei und Kirchenmusik: Seit wann es in Binabiburg Chorarbeit und in welcher Form gibt, ist unwesentlich. Der derzeitigen Chorleiterin der Pfarrei Binabiburg Edith Jaensch ist es – um es vorweg zu sagen – gelungen, die Ernte der mühsamen Chorarbeit im Kinder, Jugend und Kirchenchor einzufahren. Das Jubiläumskonzert überzeugte und begeisterte die zahlreichen Zuhörer.

Pfarrer Walter Schnellberger erinnerte zu Beginn des geistlichen Konzertes an die Worte des Sonntagsevangeliums, in dem es heißt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“. Er lud die zahlreichen Zuhörer ein, diese musikalische Stunde zu Nutzen um Ruhe einkehren zu lassen und sich auf die Wurzel zu besinnen: Jesus Christus.

Es war von der Chorleiterin gewagt und geschickt zugleich, den Kinderchor an den Anfang des Konzertes zu setzen. Man war vom Auftreten und vom frischen Klang der jungen Stimmen gleich mehr als positiv überrascht. Die zum Großteil zeitgenössischen Sätze überzeugten durch guten Ausdruck in der Sprache und  Reinheit im Gesang. Die instrumentalen Begleitungen und Vorträge der ca. 8 bis 10 jährigen Mädchen auf Block- Querflöten und Gitarren waren erstaunlich sicher, ruhig und beschaulich.

Die junge Bläsergruppe des Musikvereins Geisenhausen sorgte für eine festliche, angemessene Atmosphäre und war eine Bereicherung des Konzertes.

Die Arbeit im gemischten Chor dürfte in der Kirchenmusik der Schwerpunkt sein. Der barocke Kirchenraum „ihrer“ Bergkirche mit seiner herausragenden Akustik kam den Chören sehr entgegen. Entsprechend nutzte die Chorleiterin diesen Bonus beispielsweise bei dem „Alta trinita“, einem Lobgesang an die Dreifaltigkeit. Sie gab bewusst ein ruhiges Tempo vor und nutzte auf diese Weise die hervorragenden akustischen Gegebenheiten. Ergebnis war die spürbare Ehrfurcht vor dem Geheimnis des Gesungenen. Ein Hauptstück des Chores war wohl das „Psallite deo nostro“ von J.S. Bach. Hier konnte der Chor sein volles Können zeigen. Die Bass Stimmen gaben in sicherem Einsatz das Tempo vor. Tenor, Alt und Sopran setzten jeweils sicher und gekonnt ein, so dass der herrliche Satz zu seiner vollen Klangentfaltung kam. Zwischen den verschiedenen musikalischen Blöcken kamen Worte aus der Heiligen Schrift und besinnliche Texte zum Vortrag. Steffi Wippenbeck brachte die Überlegung zur Sprache, wie es wohl Maria als junges Mädchen ergangen sei. Sie hatte sicher auch Träume und Wünsche, verlobte sich mit Joseph. War sie glücklich? Als Gott anklopfte hat sich alles verändert. „Ich grüße dich, Maria als Mensch, als Mädchen aus Nazareth, als Mutter Gottes!“ Im marianischen Teil des Konzertes war der Chor voll in seinem Element. Im „Ave Maria“ von Alcadelt war die tiefe Verehrung der Gottesmutter spürbar. Bei diesem Stück wurde auch deutlich, wie wichtig der Blickkontakt der Sänger zur Chorleitung ist. So kam der Lobpreis beim „benedicta tu in mulieribus“ überzeugend zum Ausdruck und die demütige Bitte des „sancta Maria“ - bitte für uns jetzt und in der Stunde unseres Todes war glaubhaft und überzeugend.

Der Text aus dem 2. Petrusbrief 3,8-13, „dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind“ und die Verheißung und Erwartung „eines neuen Himmels und einer neuen Erde“ vorgetragen von Pfarrer Schnellberger führte auf den letzten Teil des Konzertes hin. Die Antwort darauf gab der gemeinsame Chorsatz beider Chöre. „Lobe den Herrn, meine Seele“. Der Kinderchor begann konzentriert frisch und rein den zeitgenössischen Satz von Norbert Kissel. Es folgte der gut vorgetragene zweistimmige Frauenchor, darauf der Refrain als Kanon und endete schließlich, sehr harmonisch mit einem gemeinsamen feierlichen „Lobe den Herrn meine Seele!“.

Pfarrer Walter Schnellberger zeigte sich in seinen Schlussworten sichtlich beeindruckt von der Leistung des gesamten Chores. „Wir sind stolz auf einen solchen Chor - auch unsere Gottesdienste haben es musikalisch in sich“ - waren seine ehrlich überzeugten Worte.

Das letzte Lied des Abends „Du lässt den Tag, o Gott nun enden“ - innig, gefühlvoll und dankbar vorgetragen vom Chor wirkte auf die begeisterten Zuhörer, wie ein Gebet – ein Abendgebet am Ende eines denkwürdigen Kirchenkonzertes zur Feier 750 Jahre Pfarrei Binabiburg.

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