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Ein Lebensbild

„Kann denn ein Niederbayer ein Heiliger werden?“ fragt Thomas Jechtl in einem Bericht im Straubinger Kalender vom Jahr 1995. Und dann fügt er auch gleich hinzu: „Pater Viktrizius war von 1908 bis zu seinem Tod 1924 im Kapuzinerkloster Vilsbiburg“.

Der im „Rufe der Heiligkeit“ verstorbene, wurde drei Jahre nach seinem Tod, vom Klosterfriedhof in die Gruft der Wallfahrtskirche Maria Hilf überführt. 1935 konnte der Seligsprechungsprozess für Pater Viktrizius eröffnet werden. Wenn im Prozeß um seine Seligsprechung auch immer wieder Fortschritte erzielt werden konnten, so wartet Vilsbiburg seit über 70 Jahren auf ein Zeichen aus Rom.

Ein Senfkorn? Dieses ist eines von den kleinsten aller Sämereien. So klein und unansehnlich das Senfkörnlein ist, so klein und unscheinbar gab sich der im Kapuzinerkloster Vilsbiburg, in Heiligkeit verstorbene Pater Dr. Viktrizius Weiß. Aus dem Senfkorn ist ein mächtiger Baum geworden. Aus dem schüchternen Stundenten Anton Nikolaus Weiß wurde der Präfekt und Dozent im erzbischöflichen Priesterseminar in Freising, ein Prediger in der Freisinger Domkirche, ein Doktor der Theologie, ein Pater Viktrizius – „der Siegreiche“, und fünfmaliger Provinzial der Bayerischen Kapuziner.

Der Vater ist ein Chirurg

Vorfahren der Familie Weiß stammen aus Konnersreuth, Ortsteil Höflas. Vom „Weißhof“ stammte im 17. Jahrhundert der Selige Pater Liberat Weiß, der 1716 in Äthiopien als Märtyrer gestorben ist. [1]

In Röttenbach, Amtsgericht Herzogenaurach „unter vielen armen Leuten“ führt der junge Chirurg Anton Weiß anfänglich ein Hungerleben. In Rohr bei Abensberg hat er schon einen besseren Posten. Am 28. April 1834 erwirbt Weiß das Eggenfeldener Oberbad mitsamt der Badergerechtigkeit. Am nächsten Tag erfolgt in Eggenfelden seine Verlobung mit der am 3. Mai 1808 geborenen Johanna Lurz, einer Landshuter Lederers- und Stadtratstochter. Zwei Wochen später, am 13. Mai war die Vermählung in der Heimatkirche der Braut, in Landshut Sankt Jodok. Die Trauung nahm der Bruder Johann Baptist Weiß, alias Pater Carl, Benediktiner von Metten vor. Damit begann für den Chirurgen Weiß ein reicherfülltes Bürgerleben in Eggenfelden. Vom Dezember 1836 an begegnet uns sein Name in den Eggenfeldener Magistratsprotokollen als Mitglied des Gemeindegremiums; als Magistratsrat ebendort vom 14. Oktober 1839 an.


Der Chirurg Anton Weiß, der Vater von Pater Viktrizius

Nachdem im Jahr 1835 der Sohn Josef und 1837 Johann Baptist in Eggenfelden geboren wurden, kommt mit dem dritten Kind Glück und Unglück, Freude und Trauer über die Familie Weiß. Am 24. Juni 1838 stirbt die Mutter Johanna bei der Geburt des dritten Kindes Maria Agnes. Beziehungen zum Eggenfeldener Bürgermeister und Färber Georg Zaunecker, brachten Anton Weiß eine gewachsene Freundschaft und dessen einzige Tochter Maria Anna mit 22 Jahren in die Ehe, welche er am 11. Februar 1840 in der Pfarrkirche Eggenfelden schloss. Dieser Ehe entstammten elf Kinder, von denen vier im ersten Jahr ihres Lebens verstorben waren. Anton Nikolaus, der spätere Geistliche und Doktor der Theologie, mit der Ordensbezeichnung Viktrizius, kam am 18. Dezember 1842 als zweiter Sohn dieser zweiten Ehe in Eggenfelden zur Welt. [2]

Trotz der Ausbildung zum Chirurgen vollzieht Vater Anton Weiß einen Berufswechsel mit dem Erwerb der Lederei seines Schwagers Josef Lammer am 17. Mai 1841 in Eggenfelden.


Geburts- und Elternhaus von P. Viktrizius in Eggenfelden

In den Jahren 1849 bis 1852 bekleidet Anton Weiß den Posten eines Landtagsabgeordneten in München. Ein Gewinn aus jener Zeit bleibt ihm seine Freundschaft mit dem langjährigen Schriftführer der Patriotischen Partei, Franz Sales Seelos, Stadtpfarrer in Landshut Sankt Jodok. Um die Ausbildung seiner Kinder ist Vater Weiß sehr besorgt; von den acht Söhnen lässt er sechs studieren. Maria Agnes, aus der ersten Ehe, kommt in das Angerkloster nach München. Nach zeitweiliger Ausbildung in Niederviehbach bildet sie viele Lehrerinnen heran, unter ihnen ist auch Maria, die um 24 Jahre jüngere Schwester. Maria Agnes, alias Schwester Maria Leo wird Provinz-Oberin der österreichischen Häuser, wo sie am 16. August 1909 in Wien 71-jährig verstorben ist. Die gediegenste Ausbildung erhält wohl der zweite Sohn Johann Baptist. Nach einer 13-jährigen Qualifizierung für den Staats-Baudienst bewirbt sich der 27-Jährige um das Amt eines Kreis-Kultur-Ingenieurs des Isartalgrundes, dann als Kultur-Ingenieur bei der Regierung von Niederbayern, zuletzt im Rottal, wo er am 18. September 1867 im Alter von erst 30 Jahren in Pfarrkirchen stirbt. [3] Der Bruder Georg wird höherer Postbeamter in München, wo er der Urheber und Erfinder der Zahlkarte und der Postanweisung gewesen sein soll. Sohn Karl studiert in Landshut, Freising und an der Münchner Universität. Er hat den Titel eines „herzoglichen Hofzahnarztes“ und stirbt 1937 in Regensburg. Anton Nikolaus, der spätere Pater Viktrizius, wird am 29. Juni 1866 von seinem Cousin, Erzbischof Dr. Gregor von Scherr in Freising zum Priester geweiht. [4]

Eggenfelden – Frontenhausen - Landshut

Vater Weiß wird von seinem Cousin, dem Mettener Abt Gregor Scherr ermahnt, er möge doch in seinen ersterlernten Beruf als Chirurg und Geburtshelfer zurückkehren. In der Pfarrei Sankt Jodok in Landshut wurde die Chirurgen-Konzession beim Heilig-Geist-Spital frei. Eine 1853 in Frontenhausen freigewordene Chirurgen-Konfession gab nun Anton Weiß die Möglichkeit, sich als Chirurg um die Stelle in Landshut zu bewerben. Er konnte 1853 die Stelle in Frontenhausen antreten und sich nach zwölfeinhalbjähriger Unterbrechung wieder in seinen alten Beruf einarbeiten. Inzwischen bewarb sich sein Bruder Josef, Kreiskassendiener in Landshut, in Verhinderung des Bruders und Chirurgen Anton, um die Bewilligung der Übersiedlung nach Landshut, die Aufnahme als Bürger und die Ausübung der chirurgischen Praxis. Am 20. Mai 1854 konnte Weiß von Dominikus Grundler und dessen Gattin Amalie, geborene Leuk, dessen Anwesen mit realer Bader-Gerechtigkeit in Landshut erwerben. In Anbetracht der fünf Zeugnisse von fünf Gerichtsärzten konnte schließlich der Landshuter Stadt-Gerichtsarzt Dr. Lyller am 7. Oktober 1854 seine Einwilligung geben. Der Einzug in das Haus Zweibrückenstrasse 678, im so genannten „Weißen Viertel“ von Landshut, am 12. September 1854, ist für den 44-jährigen Chirurgen Weiß der Beginn einer fast 35-jährigen Tätigkeit in Landshut. In den Jahren 1856/57 wird das Haus neu erbaut. [5]


Elternhaus in der Zweibrückenstraße Nr. 678

In Landshut ist Vater Weiß im Magistratsrat. Dort verwaltet er das Heilig-Geist-Spital und das Waisenhaus. Auch ist er im Gemeindekollegium, zeitweise auch als Vorstand. Weiß ist Träger des Ludwigsordens und Major der Landwehr älterer Ordnung. Besonders wenn es um das Wohl des einfachen Volkes ging, war Weiß unbestechlich, gerecht und unerschrocken.

Anton Nikolaus – alias Pater Viktrizius

Anton Nikolaus Weiß, wurde am 18. Dezember 1842 in Eggenfelden geboren. Am nächsten Tag war die Taufe in der Pfarrkirche Eggenfelden durch den Kooperator Wolfgang Schamberger. Als Namen wurden die des Vornamen seines Vaters Anton (Antonius von Padua) und des Nikolaus, dem Patron der Eggenfeldener Pfarrkirche gewählt. Mit sechs Jahren besucht Anton Nikolaus die dortige Volksschule, dann kommt er im Herbst 1853 in die I. Klasse der Königlichen Lateinschule nach Landshut. Im Zeugnis der II. Klasse wird der Vater schon als Chirurg in Landshut erwähnt. Von 1853 bis 1861 besucht er das Gymnasium Landshut, um am 26. Juli 1861 dort seinen Abschluss zu machen. Anton Nikolaus konnte während seiner Gymnasialzeit im Elternhaus in der Zweibrückenstrasse wohnen. Alle Gymnasialzeugnisse sind im Archiv der Kapuziner in München erhalten. [6] In allen Klassen wird er unter allen Schülern im Fortgang als der Erste und Beste bezeichnet. Nach seinen Noten zu schließen, scheint er für alle Fächer eine gleichmäßig hervorragende Begabung gehabt zu haben, wenn auch für die alten Sprachen, vielleicht noch vorzüglicher, als für die Mathematik. Während der Gymnasialzeit war er immer schwächlich und kränklich. Im November 1861 wechselt er an die Universität nach München.


Der Student Anton Nikolaus Weiß

Von 1861 bis 1866 macht Anton Nikolaus das Hochschulstudium in München und Freising, ab dem Herbst 1862 besucht er das Freisinger Klerikalseminar, und entschließt sich Priester zu werden. Der Vater glaubte, dass Anton Nikolaus den Beruf eines Arztes ergreifen würde und schickte ihn zunächst zum Studium der Philosophie an die Universität nach München. Er merkte jedoch schnell, dass eine Neigung zum Priesterstand vorhanden war, überließ aber seinem Sohn die Entscheidung. Zum Wintersemester 1861/62 zog Anton Nikolaus zunächst an die Universität München, um die theologische Ausbildung mit dem notwendigen Studium der Philosophie und auch der Geschichte zu beginnen. Schon nach zwei Semestern, im Herbst 1862, ging er von der Universität ohne eine gediegene philosophische Vorbildung erhalten zu haben. In seinen späteren Aufzeichnungen finden sich oft Hinweise auf das Studium der Scholastik. Er kam in das stillere Priesterseminar und an das Lyzeum in Freising. Damals stand Dr. Michael Rampf, der spätere Generalvikar von München-Freising und dann Bischof von Passau, als Direktor dem Hause vor; Subregens war Dr. Michael Seisenberger.

Anton Nikolaus Weiß hatte sich auf die heiligen Weihen vorbereitet: Am 28. Dezember 1862 hatte er die Tonsur (= Haarausschneidung) im Dom von Freising und die vier niederen Weihen. Am 7. März 1866 war die Subdiakonweihe, am Tag darauf war er Diakon. Der 29. Juni 1866 brachte dem wohl vorbereiteten Theologen das Hochfest der Priesterweihe im Dom von Freising. Am 29. Juli feiert der neu geweihte Priester in der Stadtpfarrkirche Sankt Jodok in Landshut sein Erstes hl. Messopfer. [7] Die Festlichkeiten fallen in eine unruhige Zeit; es herrscht Krieg zwischen Bayern und Preußen.


Primizbild vom 29. Juli 1866

Zwei der Weiß-Söhne haben Theologie studiert, von denen aber nur Anton Nikolaus das Ziel erreichte, sein Bruder Wilhelm starb als Kandidat der Philosophie am 22. September 1874 im Alter von nur 19 Jahren. Für den 64-jährigen Vater war das zweifellos ein schwerer Schlag. Mutter Anna Weiß erblindet Ende der 1870er Jahre und erträgt ihr Leiden zehn Jahre lang. Der Landshuter Augenarzt Karl Theodor Herzog operierte die Mutter, worauf sie wiedersehen kann, bis zu ihrem Tod im 83. Lebensjahr, am 8. September 1900. Einige Monate vor seinem Tod schreibt der Chirurg Weiß an seine Tochter, die Provinz-Oberin Maria Leo: „Immer noch fühle ich mich als Ringender, aber zugleich als Betender und in Gott gefestigt.“ Sein Sohn, der geistliche Herr, war an das Totenbett seines Vaters nach Landshut gekommen. Vater Weiß wartet bis sein Sohn zu Ende gebetet hat, dann schließt der fast 79-Jährige die Augen. Vater Anton Weiß, wegen seiner beruflichen und kommunalen Verdienste hoch dekoriert, beim Volk wegen seiner Frömmigkeit und Wohltätigkeit überaus beliebt, stirbt „nach kurzem, aber schwerem Leiden, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten“ am Sonntag den 24. Februar 1889. Die Landshuter Zeitung bringt eine Todes-Anzeige und einen ehrenden Nachruf.


Grabtafeln der Familie Weiß im Kapuzinerfriedhof Maria Hilf Vilsbiburg


Landshuter Zeitung, Todesanzeige vom 26. Februar 1889 für den Chirurgen Anton Weiß


Landshuter Zeitung vom 27. Februar 1889, Nachruf für Anton Weiß

Kooperator: Juli 1866 bis 21. Februar 1869.

Bereits am 16. Juli 1866 wurde Anton Nikolaus vom Cousin, dem Münchner Erzbischof, Gregor Scherr, die Stelle eines Koadjutors des Pfarrers Dr. phil. Eugen Schön in Schwabing-München, an der Kirche Sankt Ursula, heute Sankt Sylvester übertragen. Eine der Schülerinnen aus dem Religionsunterricht, bezeugte Folgendes: „Wenn man ihn hörte, so überkam es jedem, einen Heiligen reden zu hören, ehrerbietig gab er den Religionsunterricht. Im Unterricht war er streng, hatte aber nie körperliche Züchtigungen angewendet. Durch sein vorbildliches Leben und Wirken eroberte er sich die Herzen der Pfarrkinder und noch nach fünfzig Jahren redeten die alten Schwabinger von dem edlen Priester.“ Weiß hatte dort während des Gebetes große Erleuchtungen und Tröstungen empfangen, wie er in seinen Aufzeichnungen am 13. Oktober 1866 bekennt.


München Sankt Ursula, heute Sankt Sylvester


Pfarrhaus von Sankt Ursula in München

Präfekt und Dozent in Freising

Domprediger

Nach zweieinhalb jähriger Tätigkeit in St. Ursula erhielt Anton Nikolaus 1869 von der oberhirtlichen Stelle das Heckenstallerische Stipendium als Präfekt und Dozent, am erzbischöflichen Klerikal- oder Priesterseminar von Freising. Die Ernennungsurkunde zum Präfekten wurde ihm am 22. Februar 1869 ausgestellt; er war noch nicht einmal 27 Jahre alt. Im Seminar hatte er Vorlesungen zu halten, zunächst in der Homiletik (= Predigtlehre). Dies galt als besondere Wertschätzung und Auszeichnung. In den stürmischen Jahren um das Erste Vatikanische Konzil (1869/70) erwiesen sich Lyzeum und Priesterseminar in Freising als ruhige Bastionen. Die fünfeinhalb Jahre, in denen er als Präfekt und Dozent in Freising tätig war, zählen zu den großen Sturmjahren der deutschen Kirchengeschichte. Weiß hatte seine Stelle in Freising in dem Jahre angetreten, in dem das Vatikanische Konzil zusammentrat. Gewiss wurde er auch durch die kontroverse Diskussion in der Öffentlichkeit innerlich sehr stark berührt. Am 18. Juli 1870 hatte das Vatikanische Konzil die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes definiert. Nach kirchlicher Anordnung musste auf allen Kanzeln die katholische Lehre über die Unfehlbarkeit verkündet und erklärt werden. Und genau zu dieser Zeit stand Weiß als Prediger auf der Kanzel im Dom von Freising. Es war sicherlich nicht leicht, vor der Zuhörerschaft darüber zu sprechen. Diese war außerordentlich zahlreich und setzte sich zusammen aus allen Schichten der Bevölkerung. Dazu kamen die Schüler der verschiedenen Lehranstalten der Stadt und die Theologen des Priesterseminars. Weiß stieg auf die Kanzel und hatte eine Menge Bücher parat, alle schon aufgeschlagen – er sagte kein einziges Wort aus sich selbst heraus, sondern nur aus den Büchern. Der Erfolg war ein durchschlagender.

Doktor der Theologie

Während seiner Tätigkeit im Freisinger Priesterseminar bereitete sich der Priester Anton Nikolaus Weiß durch eifriges Studium auf das höhere Lehrfach vor. Am 26. Juli 1870 richtete Weiß an die Theologische Fakultät der Universität München die Bitte, ihn zur Doktorpromotion zuzulassen. Am 13. April wurde er dort nach Prüfung seiner Inauguraldissertation über „Der Cultus in der afrikanischen Kirche, dargestellt aus den Schriften Tertullians und Cyprians“ zum Examen rigorosum zugelassen. Ein Gutachten darüber erstellten die Professoren der Fakultät Valentin Thalhofer und Wilhelm Karl Reischl. Weiß bestand das Examen mit der Note: „Cum laude profectus insignis“. Die schriftliche Prüfung fand am 3. Juli 1871 statt mit dem Resultat: „Cum laude insigni.“ Am 22. Juli 1871 wurde er in München zum Doktor der Theologie promoviert mit der hervorragenden Note, dem Prädikat „prorsus insignis“.

Der junge Dozent Dr. Anton Nikolaus Weiß hatte im Freisinger Seminar zunächst Homiletik (= Predigtkunde) zu lehren; zeitweilig auch die Vorlesungen im Kirchenrecht zu übernehmen. Seine Hörer rühmten Wissenschaftlichkeit, kirchliche Gesinnung, Klarheit des Vortrags und vor allem eine außergewöhnliche Bescheidenheit.

Über das geistige Innenleben des Anton Weiß während der Freisinger Zeit sind wir genauestens unterrichtet, durch die erhaltenen Aufzeichnungen zu seinen Betrachtungen, die mit dem 5. August 1872 beginnen.

Im Kapuzinerorden

Der Kampf um die Entscheidung zum Ordensberuf hat, wie aus seinen Aufzeichnungen ersichtlich sind, mehrere Jahre ausgefüllt. So schreibt Weiß am 8. September 1873: „O´ Maria, erweise dich heute als meine Mutter, indem du mir Klarheit über meinen Beruf verschaffst.“ Sicherlich in großer Verzweiflung schreibt er am 20. Mai 1874, als er seine Betrachtung über den Tod macht: „Wie sollst du es jetzt machen? Was fesselt dich noch an diese Welt? Das was ich wünsche, wäre ins Kloster zu gehen.“ In der Betrachtung am 10. September 1874 stand für ihn der Ordensberuf fest. Am 20. Januar 1875 meint er in seiner Betrachtung, es sei fast besser, wenn er Benediktiner würde. Bei den Kapuzinern hätte er zu große Schwierigkeiten, betreffs der Gesundheit und schließlich auch Schwierigkeiten bezüglich der Arbeit. Am 28. Januar 1875 erhielt er bei einer inneren Betrachtung nochmals eine besondere Erleuchtung über seinen Beruf zum Ordensstande – er entschied sich für den Kapuzinerorden. Am 19. Juli 1875 erhält Weiß die schriftliche Aufnahme in den Kapuzinerorden durch den Provinzial der bayerischen Ordensprovinz Pater Franz Xaver Kapplmayr. Diese zählte damals 21 Klöster mit 104 Patres und 116 Profeßbrüdern, ohne die Professkleriker und Klerikernovizen. Am 20. August 1875, nach dem mitternächtlichen Chorgebet wurde er vom damaligen Novizenmeister Pater Paulus Geiger von Aigenhof, mit dem Ordensgewand, dem Habit der Kapuziner bekleidet – „jetzt hast du was du ersehnt hast!“ Am Tage des heiligen Bernhard war es, wobei er den Namen Viktrizius erhielt – Viktrizius: „Gott hat mich besiegt, ich will siegen“. Viktrizius kann auch Sohn der Siegerin heißen, - oder der Siegreiche! In Freising hatte er den Talar getragen, nunmehr trägt er die Kutte der Kapuziner. Am 4. September 1875 schreibt er: „Du musst jetzt heilig werden, dazu bist du da. Wenn du das nicht wirst, dann bist du umsonst in den Konvent eingetreten“. Nach dem Noviziatjahr, legte Pater Viktrizius am 21. August 1876 in die Hände seines Magisters die heiligen Gelübde ab, die heilige Profeß im Orden des hl. Franziskus, im rauen Gewand der Kapuziner, um Gott ganz anzugehören. [8]

Unruhig waren seine frühen Ordensjahre; er wechselte den Wohnort und die Klosterzelle, manchmal sogar jährlich: München, Eichstätt, Freising, Burghausen, Laufen, Karlstadt am Main, Altötting, letztendlich Vilsbiburg. Schon nach wenigen Ordensjahren wurden Viktrizius verantwortungsvolle Aufgaben im Konvent übertragen, wie z.B. das Amt eines Brüder-Instruktors, eines Bibliothekars, eines Vikars als stellvertretenden Oberen eines Klosters, eines Koadjutors (= Amtsgehilfe) des Novizenmeisters. 1883 wird er Guardian in Laufen, später auch in Burghausen und Eichstätt. Der Guardian eines Klosters hat die vielen Sorgen einer Klostergemeinschaft zu ertragen, in allen zeitlichen und geistlichen Dingen. In den Klöstern wird die Ordensjugend betreut: in Burghausen die Seminaristen, welche die humanistischen Studien ablegen, in Laufen die Novizen, die sich im theologischen Studium unmittelbar auf das Priestertum vorbereiten.

Kapuziner-Provinzial

Viktrizius war erst neun Jahre im Orden, da wählte ihn das 132. Kapitel der Bayerischen Kapuzinerprovinz, welches am 29. Juni 1884 eröffnet wurde, das erste Mal zum Provinzial. Schon nach zwei Jahren seiner ersten Amtsperiode war im Jahr 1886 die Annahme des Klosters auf dem Maria Hilf-Berg in Vilsbiburg, welches am 2. Oktober 1851 feierlich als Missionshaus und Kollegium der Redemptoristenpatres eröffnet wurde. Pater Viktrizius gründete die klösterliche Niederlassung der Kapuziner in Vilsbiburg auf Maria Hilf. [9] Vilsbiburg lag in der Mitte der beiden Heimstätten von Viktrizius; dem Geburtsort Eggenfelden und der Stadt Landshut, in der sich die Eltern niedergelassen hatten, wo er das Gymnasium besuchte und dort wo er am 29. Juli 1866 sein erstes heiliges Messopfer feiern konnte - in der Pfarrkirche Sankt Jodok.

Es waren schon einmal Kapuziner in Vilsbiburg. Am 24. Juli 1704 wurden durch den Vilsbiburger Pfleger (etwa Landrat) Johann Anton Anastasius von Maffei zwei Kapuzinerpatres für die Wallfahrt nach Vilsbiburg angefordert. Dieses war kein leichtes Unterfangen, fürchteten doch die bei der Pfarrei Vilsbiburg wirkenden Sankt Veiter Benediktinerpatres um ihre Pfründe und Rechte. Deshalb versuchten sie auch den Zeitraum ihres fraternitären Wirkens auf sechs Wochen zu begrenzen. Nachdem ein Grundstück mit Haus vom Vilsbiburger Bürgermeister Wolfgang Reithmayr gestiftet wurde, konnte am 2. Oktober 1706 der erste Stein für das Kapuzinerkloster (heute Karmelitinnenkloster) gesetzt werden. Fast einhundert Jahre waren die Kapuziner in Vilsbiburg, bis zur Säkularisation 1802. Zwei Wallfahrtspriester versahen dann bis auf weiteres die anfallenden Arbeiten. 1846 zogen die Redemptoristenpatres auf. Und wieder mussten die Ordenspriester Vilsbiburg verlassen, es war der 21. Juni 1873. Zwei Weltpriester versahen dann die viel besuchte Wallfahrt. Unter dem Wallfahrtsdirektor Ignaz Berger wurden die Kirchenumbauten beendet. Am Dienstag den 7. September 1880 weihte Bischof Ignatius den Kirchenbau, gleichzeitig wurde die Reliquie des Martyrers Floridus eingesetzt. Dies war nun schon die vierte Konsekration seit der Entstehung des Gotteshauses Maria Hilf, da immer wieder größere Kirchen- und Altarbauten vorgenommen wurden. Der Weltpriestermangel wurde immer größer, daher auch die Versorgung durch solche immer schwieriger.

1886: Kapuziner in Vilsbiburg auf Maria Hilf

1885 erbaten die Vilsbiburger Bürger vom König, wieder Kapuziner auf den Maria Hilf-Berg einzubringen. Im gleichen Jahr wird der westliche Turm an der Wallfahrtskirche errichtet und im darauf folgenden Jahr, setzt der Kapuzinerprovinzial Pater Dr. Viktrizius Weiß wieder Kapuziner in Vilsbiburg ein. Wallfahrtsdirektor Ignaz Berger konnte mit dem damaligen Bürgermeister Franz Kagermeyer und dem Vilsbiburger Pfarrer Michael Jäger eine Genehmigung vom König erwirken. Unter dem Provinzial P. Viktrizius wurde am 24. November 1885 der Vertrag zwischen Provinzialat und der Diözese unterzeichnet; am 15. Mai 1886 kamen vier Kapuzinerpatres und fünf Brüder nach Vilsbiburg. [10]

Aus dem Vilsbiburger Anzeiger vom Dienstag den 18. Mai 1886 kann entnommen werden: „Vergangenen Samstag Nachmittag nach 1 Uhr sind die für das nunmehrige Kapuzinerkloster dahier bestimmten 4 Patres und 5 Fratres per Bahn eingetroffen. Dieselben wurden am Bahnhof von der hochwürdigen Geistlichkeit, der Gemeinde- und Kirchenverwaltung in feierlicher Weise empfangen und alsdann in schön dekorierten Wägen ihrer neuen Niederlassung Mariahilf zugeführt. Am Sonntag den 16. Mai 1886 konnten sie am Vormittag beim feierlichen Gottesdienst die Wallfahrt auf Maria Hilf übernehmen.“ Fast einen Monat später am Dreifaltigkeitssonntag, den 20. Juni 1886 fand in der Wallfahrtskirche die feierliche Beisetzung heiliger Reliquien in acht kleinen, kostbaren, im Feuer vergoldeten Metallsärgen, auf den vier Seitenaltären statt.

Einige Monate nach Einzug der Kapuziner in das Vilsbiburger Kloster nahm am 7. September 1886 das Jubiläum des zweihundertjährigen Bestehens der Wallfahrt auf Maria Hilf seinen Anfang und dauerte bis zum 12. September, dem großen Fest Mariä Namen. Der Regensburger Diözesanbischof Ignatius von Senestrey, die Äbte von Scheyern und Metten und natürlich der hochwürdige Ordensprovinzial der Kapuziner Bayerns, Pater Dr. Viktrizius Weiß waren nach Vilsbiburg gekommen. [11] Zu den Festpredigern gehörte auch der in Vilsbiburg geborene Matthias Mühlbauer, Kooperator bei Sankt Jakob in Straubing, und mehrere Kapuziner aus verschiedenen Klöstern der Ordensprovinz. Fünf in Vilsbiburg geborene Geistliche gaben dem Fest eine besondere Note: Kapuzinerpater Pius Orelli, ein Nachfahre des Stifters von Maria Hilf, Matthias Mühlbauer und dessen Bruder Georg Mühlbauer, Expositus Joseph Söll und Pater Camillus Wimberger. Außer den vier Kapuzinern auf dem Maria Hilf-Berg, dem Guardian Pater Cassian, dem Vikar Pater Bernhardin, Pater Ulrich und Bartholomäus, hatte die Ordensleitung das große Kontingent von 16 Beichtvätern gesendet. Es wurden täglich zwei Predigten gehalten und als Prediger drei Professoren aus München und Freising und mehrere Kapuzinerpatres in Aussicht gestellt. Jetzt waren erst einige Wochen seit der Entsendung und Einsetzung der Kapuziner in Vilsbiburg verstrichen, und ihr Generaloberst Pater Viktrizius war mit ihrem Einsatz sicherlich mehr als zufrieden. Im Sendschreiben vom 18. Dezember 1886 nennt der Provinzial Viktrizius die Vilsbiburger Patres ganz schlicht: „Geliebte Mitbrüder“. In den jährlichen Sendschreiben im Dezember geht es um die Geburt des Herrn, aber auch einige interne Verordnungen werden angesprochen. Die letzten Sätze des Schreibens gelten immer der Mutter Jesu. [12] Die Maria Hilf-Kirchenrechungen von 1885/86 werden schon vom Wallfahrtsdirektor, dem Kapuziner-Guardian Pater Cassian Bogenberger unterzeichnet. Die Stiftungsgaben sind enorm angestiegen: 1011 Mark Opfergaben, 2196 Mark Einnahmen für Messen. 1888 war Pater Baptist Schmidhuber Guardian. 1893 wurden 2155 große und 78.000 kleine Hostien gebraucht. 1896 ist Pater Augustin Maria, Guardian des Vilsbiburger Konvents.

Eine neue Pfarrei und ein Kirchenbau in München

Im Jahr 1896 richtete die Erzdiözese München-Freising die Bitte an den Kapuziner-Ordensprovinzial Dr. Viktrizius Weiß, den geplanten Neubau der Kirche Sankt Joseph in München auszuführen und eine Pfarrseelsorge aufzubauen. Der Orden beschloss, der Diözese zu helfen. Der Neubau der Josephkirche ging erstaunlich schnell voran; im Juni 1902 wurde die neue Kirche eingeweiht. Ursprünglich war mit der Erzdiözese vereinbart, dass die Kapuziner diese Pfarrei aufbauen, aber nicht übernehmen. Drei Jahre nach der Kirchenweihe von St. Joseph wurde Pater Viktrizius zum fünften Mal zum Provinzial (1905) gewählt. Inzwischen war der Auf- und Ausbau der Seelsorge trotz des Widerstandes, die die Kapuziner Seitens der Stadt München erfuhren, so kräftig gediehen, dass man an die Errichtung einer Pfarrei denken musste; noch nie hatten die Bayerischen Kapuziner eine Pfarrei geleitet. Viktrizius wollte die Stimmung der Provinz berücksichtigen. Deshalb wandte er sich am 13. Februar 1908 - einige Monate bevor Viktrizius nach Vilsbiburg wechselte - an die Hausoberen der Klöster und fragte um eine Stellungnahme nach. Es ergab sich ein deutliches „Ja“ zur Übernahme der Pfarrei Sankt Joseph. Erst nach drei Jahren wurde die Münchner Pfarrei Sankt Joseph errichtet und den Kapuzinern übertragen. [13]

Am Fest Mariä Erwartung 1907 schreibt Viktrizius zum letzen Mal im Sendschreiben: „Hochwürdige Väter! Ehrwürdige Brüder!“ Und man merkt, Viktrizius kämpft mit sich – und um seine Kräfte. Er schreibt: „Sind wir im Kampfe müde geworden, verlassen uns die Kräfte, und scheint es uns, dass wir erliegen müssen, verscheucht nicht jede Unruhe und Furcht das Wort des Herrn: Ich bin das Brot, das lebendige, der ich vom Himmel herabgestiegen bin…“. Dann schreibt er weiter: „Legen sich die Gedanken an den Tod wie düstere Schatten auf unsere Seele und rauben ihr die Ruhe und den Frieden, bringt uns denselben nicht wieder Christus: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer da glaubt an mich, wird, selbst wenn er gestorben ist, leben (Joh. 11,25). Wünschen wir einem jeden das kostbare Gut des inneren Friedens, suchen wir es ihm zu beten, vor allem jedem unserer Mitbrüder. Halten wir das Wort. ’Der Friede sei mit dir!’ auch hoch in unseren Reden. Lieben und befördern wir nach Kräften den gegenseitigen Frieden, vermeiden wir alles lieblose Urteilen und Reden über andere, jedes kränkelnde verletzende Wort. Haben wir den Frieden in uns und miteinander, dann werden wir sicher und leicht auf dem Wege der standesgemäßen Vollkommenheit voranschreiten. Altötting, am Fest Mariä Erwartung 1907, Pater Victricius, z. Z. Provinzial“.

Das war der letzte Aufruf von Pater Viktrizius, in seinem letzten Sendschreiben als Provinzial der Bayerischen Kapuziner. [14]


Gesammelte Sendschreiben von P. Viktrizius

  1. Viktrizius in Vilsbiburg

Beim Kapuziner-Provinzialkapitel in Altötting vom 4. bis 6. August 1908 ließ Pater Viktrizius Weiß, er hatte jetzt ein Alter von 66 Jahren erreicht, durch den Präses des Kapitels die Erklärung abgeben, dass er keine Wahl zu irgendeinem Amte annehmen wird. Aus der Wahl ging als Orden-Oberer Pater Zeno, Guardian aus München, als Provinzial hervor. [15]

Am 4. August 1908 endete offiziell seine Amtszeit als bayerischer Kapuziner-Provinzial. Unter Guardian Barnabas Altmannsberger war Viktrizius in das Vilsbiburger Kloster gekommen, von zunehmender Kränklichkeit gezeichnet. Im August 1908 hat Pater Dr. Viktrizius Weiß das Kapuzinerkloster von Altötting verlassen um als Exprovinzial im Konvent der Kapuziner auf dem Maria Hilf-Berg bei Vilsbiburg sein Altenteil einzurichten. Er hatte damit die letzten drei Jahre als Kapuzineroberer und gewählter Provinzial in Altötting beendet, und hat sich, nachdem er dieses verantwortungsvolle Amt fünf Mal innegehabt hatte, mit 66 Jahren in Vilsbiburg sozusagen zur Ruhe gesetzt. Hier lebte er ein heiliges Leben in Tugend, Gebet und Arbeit, bis ihn der Herr am 8. Oktober 1924 in die Ewigkeit abrief.


Kapuzinerkloster Vilsbiburg 1905. Zeichnung Johann Graf


Ansicht Maria Hilf und Kapuzinerkloster Vilsbiburg im Jahr 1905. Zeichnung Johann Graf

Einen näheren Einblick über die Zusammensetzung der Kapuziner auf dem Vilsbiburger Maria Hilfberg vermittelt ein Bericht des Vilsbiburger Anzeigers vom 9. August 1908: „Das Provinzkapitel brachte für das hiesige Kapuzinerkloster folgende Veränderungen: P. Virgil kommt als Guardian nach Karlstadt, P. Franz Karl ist versetzt nach Maria-Buchen und P. Salvian nach Karlstadt. Hierher versetzt ist P. Viktrizius, P. Anastasius, P. Ludwig Bertrand, P. Eusebius. Die hiesige Klosterfamilie setzt sich wie folgt zusammen: P. Barnabas als Guardian, P. Ulrich als Vikar, P. Viktrizius (Exprovinzial), P. Anastasius, P. Eusebius, P. Ludwig Bertrand, P. Lambert und P. Cäsilian“. [16] Zu den acht Patres gesellen sich noch die sieben Brüder: Peregrin, Gentil, Nathanael, Hermas, Leonard, Theodorich und Cyrinus. [17]

Die Aufzeichnung im „Status der Bayerischen Kapuziner-Ordens-Provinz am 6. August 1908“ nennt in Vilsbiburg unter den Patres an zweiter Stelle den Hochwürdigen Herrn Pater A.R.P. [18] Victricius, Custos Generali, Exprovinzial. [19]


Status der Bayerischen Kapuziner-Ordens-Provinz am 6. August 1908

Der Vilsbiburger Anzeiger vom 9. August 1958 erinnert an die Ankunft von P. Viktrizius in Vilsbiburg: „Am 8. August sind es auf dem Tag genau 50 Jahre, dass P. Victricius, der jetzt in der Wallfahrtskirche begraben liegt und der, wie alle Vilsbiburger hoffen, schon in Kürze selig gesprochen werden wird, als Exprovinzial in das Kapuzinerkloster Vilsbiburg versetzt wurde.“

Noch in Altötting als Provinzial, kam an P. Viktrizius von Pfarrer Nagler aus Seyboldsdorf am 13. Februar 1908 eine Anfrage wegen der vom 10. bis 17. Mai stattzufindenden Volksmission. P. Viktrizius schickt neben P. Barnabas als Superior noch P. Guardian Jldephons von Burghausen und P. Paulus von Dillingen als Missionäre nach Seyboldsdorf. [20]

Auf Maria Hilf gab es schon in den ersten Monaten des Aufenthaltes von P. Viktrizius besondere Festlichkeiten. Am 13. September 1908, Mariä Namen, war das Titularfest der Mariä Namen Bruderschaft. Von 4 Uhr früh an waren hl. Messen und um 8 Uhr war eine sakramentale Prozession von der Pfarrkirche nach Maria Hilf. Am Vortag waren abends eine abendliche Illumination der Häuser des Marktes, auf der Vils schöne Lichteffekte, ein großes Feuerwerk auf Maria Hilf und die bengalischen Beleuchtung der Wallfahrtskirche. Jährlich wurden auf Maria Hilf durchschnittlich 55.000 Kommunionen ausgeteilt. Am 27. September 1908 war in der Wallfahrtskirche das Hauptfest der Gute-Tod-Bruderschaft. Nikolaus Zollner versorgt mit einem elektrischen Stromanschluss die Wallfahrtskirche und am 1. November erstrahlt zum ersten Mal die Kirche im hellen Licht. Gar mancher Pilgerzug welcher nach Altötting unterwegs war, machte am Bahnhof in Vilsbiburg Halt. In einer Wallfahrt wurde das Marienheiligtum auf dem Berg besucht. So auch am 8. September 1909, als 1200 Pilger aus Regensburg hier eingetroffen waren, und auch mit einem Mittagessen im Markt versorgt wurden. Einige Tage später an Mariä Namen, hielten die Kapuziner eine Festpredigt vor 5.000 Menschen. Zwei Jahre nachdem P. Viktrizius in Vilsbiburg war, konnte vom 7. bis 11. September 1910 das 200jährige Jubiläum der Mariä-Namen-Bruderschaft unter großer Beteiligung der Bevölkerung gefeiert werden. Jubelnd begrüßt wurde am 18. Juni 1914 König Ludwig III. in Vilsbiburg und schon zehn Tage später fielen die verhängnisvollen Schüsse von Sarajevo; Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gattin wurden ermordet. Die Bündnistreue Deutschlands gegenüber Österreich-Ungarn verwickelte Deutschland in den Ersten Weltkrieg.

Mit einem „Gott lohne es!“ bedankte sich am 30. Juni 1916 der Exprovinzial Pater Viktrizius Weiß im Vilsbiburger Anzeiger für die ehrenden Glückwünsche, welche ihm zum 50jährigen Priesterjubiläum überbracht wurden.


Inserat: 50 jähriges Priesterjubiläum 1916

Pater Ingbert Naab, schreibt sechs Jahre nach dem Tod von Pater Viktrizius, im Jahr 1930 in seiner erstellten Biographie: „Viktrizius war demütig, freundlich, heiter, teilnehmend, gütig im vollkommenster Gnad; er besaß auch Humor, Lächeln, Gemeinschaftsgeist, Herablassung. Ebenso gewiss ist auch dies: er konnte nur Spaß verstehen, aber nicht Spaß machen, er konnte nicht herzhaft auflachen, nicht necken, er konnte nicht stürmisch begrüßen, nicht die Hände drücken und schütteln, er konnte nichts eilig nehmen, er konnte nicht laut rufen und bewegt gestikulieren. Das alles war es, was den Verkehr mit ihm eigenartig gestaltet hat. Und doch fühlte man sich zu ihm so außerordentlich hingezogen, nicht im gewöhnlichen gesellschaftlichen Sinn, wie man sich mit irgendeinem Bekannten gut unterhält, sondern in Verehrung und kindlichem Vertrauen. Er strahlte Vertrauen aus und gab das Gefühl von sich: mit dem Mann möchte ich über alles sprechen können, was meine Seele berührt.“ [21]

So lange seine Eltern lebten, hatte P. Viktrizius hin und wieder in Landshut einen Besuch gemacht, aber nur ganz selten und kurz. Seine Schwester, die Provinzialoberin Maria Leo in Wien hat er nie besucht. Als er nach Regensburg zur Einkleidung seiner Nichte Maria Franziska kam, blieb er nicht bei seiner in Regensburg wohnenden Schwester oder bei anderen dort wohnenden Verwandten, sondern im Kloster der Karmeliten. Gegenüber den Besuchen von Seiten seiner Verwandten, die eher selten waren, blieb er immer freundlich und herzlich, aber kurz. Eine Nichte von ihm, die spätere Klosterfrau bei Sankt Clara in Regensburg, durfte mit ihrer Mutter Maria, der Schwester von Viktrizius, jedes Jahr einmal zu Beginn der großen Ferien nach Vilsbiburg fahren, um den „Kapuziner-Onkel“ zu besuchen. Mutter und Tochter fuhren in der Früh von Landshut weg – die Nichte weilte dort im Institut – besuchten in Vilsbiburg auf Maria Hilf die hl. Messe und kommunizierten. Dann erhielten sie im Sprechzimmer des Klosters das Frühstück. „Unvergesslich“ schreibt die Klosterfrau, „bleibt mir sein Betreten des Sprechzimmers; eine heilige Scheu überkam mich jedes Mal, und trotz seines liebevollen und nur gütigen Entgegenkommens getraute ich mir nicht viel mit ihm zu sprechen. Er erkundigte sich jedes Mal um das Befinden eines jeden aus unserer Familie und gab Trost und Rat.“ Beim Abschied gab er seiner Schwester und Nichte Weihwasser und den priesterlichen Segen, ging mit ihnen noch einmal in die Kirche hinüber, „um auch von der Himmelmutter Abschied zu nehmen“, begleitete sie bis zum Abhang des Berges und ging dann wieder in das Kloster zurück. Seine Schwester versicherte, „wenn sie Abschied nahm, hatte sie nicht den Eindruck, dass sie vom Bruder wegging, sondern von einem Heiligen.“ Viktrizius lehnte es nach Aussage seiner Schwester ab, von den Eltern etwas anzunehmen. Die Verwandten drängten, er solle sich doch fotografieren lassen, aber er gab ihnen keine Fotografie.

Am 23. und 24. Oktober 1916 war die große Frauen-Kriegswallfahrt zum Maria Hilfsberg. Der Vilsbiburger Anzeiger vom 9. Mai 1917 berichtet: „Das Hochfest der Patrona Bavariae. Auf Grund eines Reskript der Ritenkongregation ist für ganz Bayern die äußere Feier des Festes der Patrona Bavariae (14. Mai) ständig auf den Sonntag nach Christi Himmelfahrt verlegt worden.“ In der Vilsbiburger Wallfahrtskirche bestieg Pater Viktrizius in den ersten Jahren auch manchmal die Kanzel. Besonders wenn es galt, das Lob der Gottesmutter zu verkünden, zum letzten Mal am 17. Mai des Kriegsjahres 1917, gelegentlich einer Maipredigt, welche unter dem Motto stand: „Selig sind die Augen, die das sehen, was ihr seht“. Seine letzte Predigt war eine Betrachtung zu Ehren Mariens. Auffallend bei dieser Predigt war, dass Viktrizius eine bis dahin in seinem Leben nie beobachtete Kraftanstrengung der Stimme und ein ganz ungewohntes Feuer entwickelte. Er sprach ja sonst immer ruhig und hatte eine schwache Stimme. Mit nicht geringer Andacht und Demut hörte er aber auch stets die Predigten anderer an. Er war ein großer Verehrer von Reliquien, er war Nutznießer der Segnung der Kirche, ein vertrauensvoller „Gebraucher“ der geweihten Gegenstände, ein Eiferer im Gebrauch der Ablässe.


Eingang zur Zelle von P. Viktrizius im Kloster Vilsbiburg


Schreibtisch mit Bücherschrank


Betschemel mit Kreuz

Im Vilsbiburger Kapuzinerkloster verbrachte Viktrizius seine letzten Lebensjahre. Solange seine Kräfte es ihm gestatteten, widmete er sich der Seelsorge. Er war ein glühender Verehrer des Herzens Jesu. Das Herz-Jesu-Bild verehrte er zärtlich und betrachtete es oft in den Händen haltend, so dass solche Bilder ganz abgegriffen erschienen. Die Verordnung, dass in der ganzen Provinz am Herz-Jesu-Freitag das Weihegebet an das Herz Jesu zu verrichten ist, ist eine Einführung seines Provinzialates. Der Beichtstuhl wurde sein Hauptort. Menschen aller Stände suchten den ehrwürdigen Greis auf, besonders Männer. Sein Beichtstuhl befand sich im vorderen Teil des rechten Seitenschiffes der Wallfahrtskirche, in der Nähe seiner heutigen Grabstätte - und da steht er heute noch. Als dann sein Gehör schwer beeinträchtigt war, zog er sich aus seinem Beichtstuhl zurück und bezog den Schwerhörigen-Beichtstuhl neben der Sakristei. Dort verbrachte er an Sonn- und Feiertagen vormittags 4 bis 5 Stunden, und das noch einige Monate vor seinem Tode.

Pater Ingbert Naab schreibt 1930: „Diese in Vilsbiburg verbrachten 16 Lebens- und Ordensjahre sind von einer ganz ergreifender Schönheit und Verklärung. Selbst wenn man als Geschichtsschreiber seine Ausführungen in der nüchternsten Form halten will, wird man bei diesem Lebensabschnitt und durch die sich aufdrängenden Tatsachen, wie von selbst von diesem kostbaren Leben ergriffen.“ [22] Von 1908 bis 1914 hielt Viktrizius im Karmelitinnenkloster bei der Maria Hilf Kirche, 105 geistliche Vorträge für die Schwestern – voll Wärme, Tiefe und Gottesliebe. Für die Schwestern vom Karmel war er jahrelanger Beichtvater, aber auch für die Armen Schulschwestern im Markt Vilsbiburg, welche er immer am Donnerstag besuchte. [23]

Solange die nachlassende Sehkraft dies erlaubte, schrieb P. Viktrizius zur religiösen Erbauung des Volkes Beiträge für die Zeitschrift „Ewige Anbetung“. Seine schriftliche Hinterlassenschaft, die Predigten und Vorträge allein machen etwa 5.000 Seiten aus, sie wurden nie gedruckt. Was gedruckt wurde, sind die Betrachtungen der Heiligen Land-Wallfahrt, nur mit „P.V.W.“ gezeichnet.


Ansicht: Porträt Pater Viktrizius Weiß

Der selige Heimgang.

Die Zeit war gekommen, wo der von schwersten Leiden gemarterte Leib seinen Dienst versagen musste. Ende Juli oder August 1924 hielt man das Ende des von Schmerzen verzehrten Mannes für nahe. Es war ihm sehr schmerzlich, dass er mit Rücksicht auf seine Armseligkeit gegen die Kapuzinersitte, wegen seiner Krankheit den Habit ablegen musste. Aber sein Befinden besserte sich, und alsbald ging er wieder in den Chor und in die Hauskapelle. Mit Aufgebot aller Kräfte las er noch die hl. Messe bis zum 3. Oktober 1924. Es war ein Herz-Jesu-Freitag. Bruder Hermas, welcher schon bei seiner Ankunft im Vilsbiburger Kloster 1908 hier war, den Viktrizius noch als Altöttinger Kapuzinerprovinzial in den Orden aufgenommen hatte, pflegte ihn liebevoll bis zum Tod. Der Krankenbruder verständigte den Hausoberen, dass die Kräfte von Viktrizius vollständig zu Ende seien. Infolge dessen verbot ihm der Hausarzt, Sanitätsrat Dr. Joseph Kastl, die hl. Messe zu zelebrieren. Trotzdem schleppte sich der schwerkranke Pater am Nachmittag des Franziskustages, am 4. Oktober, noch einmal verstohlen in die Hauskapelle, um dort zum letzten Mal den Kreuzweg zu beten. Am Samstag, Sonntag und Montag ließ er sich vom Krankenbruder Hermas in die Hauskapelle führen, um dort mit ergreifender Andacht zu kommunizieren. Gar gerne hätte er am Sonntag der hl. Messe beigewohnt, aber der Krankenbruder fürchtete, er würde zusammenbrechen. Da er deshalb selbst versuchte hätte, zur Messe zu gehen, sperrte er die Zellentüre ab, damit der Kranke diese nicht verlassen konnte. Als der Krankenbruder von der Kirche zurückgekommen war, sagte Viktrizius vorwurfsvoll, aber lächelnd zu ihm: „Gell du hast mich eingesperrt.“ Es scheint, dass er es doch versucht hatte, die Türe zu öffnen, um der Messe noch beiwohnen zu können.

Am Dienstagmorgen, den 7. Oktober meldeten sich die Anzeichen des nahen Todes. Sie Sinne schwanden, die Zunge versagte ihren Dienst; er wollte immer noch etwas reden, aber man verstand ihn nicht mehr. Der Krankenwärter Bruder Hermas benetzte wiederholt seine Zunge mit Wein; dankbar drückte er ihm dafür die Hand. Von Mittag an, lag er ganz ruhig da. Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch röchelte er - bis zum Nachmittag. In der Kirche war der gewöhnliche Rosenkranz, danach beteten die Patres im Chor Matutin und Laudes. Gerade als von den Mitbrüdern das Benediktus angestimmt wurde, begann P. Viktrizius zu sterben. Bei den letzten Worten dieses Lobgesanges – „zu leiten unsere Schritte auf den Weg des Friedens“ – war er selber in den ewigen Frieden Gottes eingetreten und hatte seine Seele in die Hände des Schöpfers zurückgegeben. Es war am Mittwoch den 8. Oktober 1924 gegen 18 Uhr abends.


Pater Viktrizius auf dem Sterbebett im Kapuzinerkloster Maria Hilf


Sterbebett in der Zelle von P. Viktrizius

Nach altem Ordensbrauch wurde der Leichnam von den Brüdern gewaschen und angekleidet. Am anderen Tag wurde die Leiche im Sprechzimmer bei der Klosterpforte, wo er so viele Beichten von Geistlichen gehört und so viele Seelen getröstet hatte, aufgebahrt. Viele Leute kamen, um den Verstorbenen zu sehen, und berührten ihre Rosenkränze.

Benefiziat Obermeier berichtet über den Anblick der Leiche: „Unvergesslich bleibt mir der Moment, als ich an den Leichnam herantrat. Anstatt das herkömmliche und mir längst bekannte Zerstörungswerk des Todes zu schauen, leuchtete mir ein ganz verklärter Leichnam entgegen.“


Sterbebild für P. Viktrizius


Sterbeinserat im Vilsbiburger Anzeiger, 9. Oktober 1924

Die Überführung in die Gruft.

Dachte man zuerst daran, den Leichnam von Pater Viktrizius nach Altötting zu überführen, so verfügte der Regensburger Bischof Dr. Anton von Henle als letzte Ruhestätte den Konventfriedhof in Vilsbiburg. Im Auftrag der Ordensleitung wurde das Grab mit Ziegeln gruftähnlich ausgemauert. Der Zinksarg mit dem Verstorbenen kam in einen darüber liegenden Holzsarg. Bischof Henle nannte schon beim Requien am 11. Oktober Pater Viktrizius einen Heiligen.

Kaum war das Grab geschlossen, kam es zur Verehrung des Verstorbenen. Drei Jahre nach der Beerdigung wurde am 19. Oktober 1927 der Sarg der Erde entnommen und in die Gruft, im südlichen Seitenschiff der Mariahilf-Kirche überführt. [24]


Ehemaliger Grabstein für P. Viktrizius Weiß, mit Reliefkreuz

Am 3. August 1927 schreibt der Vilsbiburger Pfarrer Dr. Anton Goetz an der Rat des Marktes Vilsbiburg, Betreff: „Überführung des gottseligen Viktrizius Weiß O.M.Cap.“ Goetz berichtet in seinem Schreiben, dass seit dem Tote von Pater Viktrizius im Jahr 1924 wiederholt Gebetserhörungen in der Wallfahrtskirche Mariahilf geschehen sind, so dass die Pilgerzahl ständig zunimmt. Von den Wallfahrern wie auch den sonstigen Verehren wurde der Wunsch ausgesprochen, den Leichnam in die Wallfahrtskirche zu überführen.

Unter der Signatur 122/2 befindet sich im Vilsbiburger Pfarrarchiv ein Akt, in dem die Regularien der Überführung des Leichnams des im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Kapuzinerpaters Viktrizius Weiß niedergeschrieben sind.

In einer vom Vilsbiburg Pfarrer Dr. Anton Goetz verfassten Protokollabschrift über die einzelnen Schritte, kann Folgendes entnommen werden:

„Am 1. Oktober 1927 hat der derzeitige Pfarrer von Vilsbiburg Goetz, auf allgemeines Drängen, sich an den Hochwürdigsten Herrn Diözesanbischof Dr. Antonius von Henle gewandt, mit der Bitte, die Übertragung des Leichnams des im Jahr 1924 im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Kapuzinerpriesters und Exprovinzial R.P. Viktrizius Weiß, seiner bisherigen Ruhestätte im Klosterfriedhof innerhalb der Klausur in die Wallfahrtskirche Maria-Hilf gnädigst zu gestatten. Seine Exzellenz willfahrten bereitwilligst dieser Bitte unter dem 7. Oktober und bestimmten pro causa (= in diesem Fall) als bischöflichen Kommissär H.H. Geistlichen Rat Dr. Anton Goetz, Pfarrer von Vilsbiburg und Herrn Kooperator Schächtl dortselbst, als Aktuar.“ Am 8. August 1927 erging vom Bezirksamt Vilsbiburg ein Schreiben an das Vilsbiburger Pfarramt wegen der „Leichenausgrabung und Überführung“. Darin berichtete (in Vertretung) Bezirksarzt Dr. Pollwein an Pfarrer Anton Goetz: „Nach amtsärztlichem Gutachten vom 4. August 1927 besteht gegen eine Ausgrabung der Leiche des am 8. Oktober 1924 an Altersschwäche verstorbenen P. Viktrizius und Übertragung in eine in der Wallfahrtskirche zu errichtende Gruft keine gesundheitlichen Bedenken. Die Ausgrabung hat am frühen Morgen oder späten Abend unter Fernhaltung unbeteiligter Zuschauer zu geschehen.“ Pfarrer Goetz vermerkt auf dem Schreiben: „Ordinariatsgenehmigung am 19. August hier eingetroffen und an den Hochwürdigen Pater Guardian geleitet.“

Das Bischöfliche Ordinariat Regensburg teilt zwei Monate später unter der Anmerkung: „Übertragung der Gebeine des P. Viktrizius betreffend“ und der Registriernummer: Ad. Num: Exh: 9890, am 7. Oktober 1927 mit, dass das nachfolgende Schreiben heute an das Provinzialat des Kapuzinerordens ergangen ist: „Seine Bischöfliche Exzellenz, unser hochwürdigster Herr Ordinarius, genehmigen die Übertragung der Gebeine des Pater Viktrizius in der im Bericht vom 1./3. Oktober des laufenden Jahres angegebenen Weise und bestimmen als Bischöflichen Kommissär Herrn Geistl. Rat Dr. Goetz, Pfarrer von Vilsbiburg und Kooperator Schächtl dortselbst als Aktuar. Der Termin der Übertragung wolle vom Hochwürdigsten Provinzialate nach freiem Gutdünken bestimmt werden. Wir ersuchen aber, die genannten Herren hievon zu verständigen. Das Protokoll bezüglich Transferierung der Leiche des Bruders Konrad geht anbei zurück. Gezeichnet: Bischöfliches Ordinariat Dr. Scheglmann.“ Pfarrer Goetz vermerkt sicherlich später: „Erhebung und Widerbeisetzung vollzogen, 19. 10. 1927“.


Genehmigung des Ordinariats Regensburg für die Übertragung des Leichnams, 7. Oktober 1927

Niederschrift

Der Termin der Übertragung war der freien Bestimmung des Hochwürdigsten Kapuziner-Provinzialates überlassen. Der bestellte bischöfliche Kommissar und der Hochwürdigste Pater Provinzial verständigten sich auf den 19. Oktober nachmittags 17 Uhr.

Im Protokoll ist folgendes niedergeschrieben: „Protokoll über die Ausgrabung und Widerbeerdigung des Leibes des Hochwürdigen Paters Viktrizius Weiß aus dem Kapuzinerorden, gestorben am 8. Oktober 1924 im Rufe der Heiligkeit zu Vilsbiburg. Anwesende Personen (Præsentes): Herr Dr. Anton Goetz, Pfarrer in Vilsbiburg, als bischöflicher Kommissär. Herr Kooperator Georg Schächtl, als bestellter Aktuar. Als Vertreter des Kapuzinerordens: Herr Pater Franz Seraph von Bobingen, Provinzial des Kapuzinerordens in Bayern. Pater Joseph Anton von Harsberg, Vizepostulator in causa S.D. Conradi de Parzham. Als Vertreter der Marktgemeinde: Herr Bürgermeister Joseph Brandl, Kaufmann von Vilsbiburg, Herr Kommunalverwalter Joseph Mayerhofer von Vilsbiburg, Herr Verwaltungsinspektor Joseph Bohinger von Vilsbiburg. Als Vertreter der Kirchenverwaltung: Herr Lebzelter Christoph Lechner von Vilsbiburg. Als Vertreter des Lokalklosters: Pater Dominicus von Schwäbisch-Gmünd, Quardian, ferner Emmanuel Graf von Montgelas auf Schloss Egglkofen. Am bezeichneten Tage [nachmittags 17 Uhr] begab sich der bischöfliche Kommissär mit seinem Aktuar in die Sakristei des Klosters Maria-Hilf, wo die nachbenannten Zeugen vereidigt wurden und auf Befragung angaben, was folgt:

  1. Pater Franz Seraph von Bobingen, Provinzial des Kapuzinerordens in Bayern sagte aus: Ich erinnere mich, dass der Hochwürdige Pater Exprovinzial Viktrizius am 8. Oktober 1924 gestorben ist. Ich war dabei, wie er auf dem Ordensfriedhof innerhalb der Klausur beerdigt wurde.
  2. Pater Dominikus von Schwäbisch-Gmünd zurzeit Quardian des hiesigen Klosters bezeugt: Ich erinnere mich, dass Pater Viktrizius im hiesigen Kloster am 8. Oktober 1924 gestorben ist. Beim Antritt meines Amtes als Quardian im August 1925 hat man mir das Grab des Dieners Gottes gezeigt. Ich habe ihm einen Grabstein setzten lassen mit folgender Aufschrift: A.R.P Viktrizius, Exprovinzial, geb. 18. Dezember 1842, gest. 8. Oktober 1924.
  3. Pater Ingbert von Dahn, Provinzdefinitor, gibt an: Ich erinnere mich noch genau an den Tag des Todes des Hochwürdigen Paters Viktrizius und war bei dessen Begräbnis dabei und habe seitdem einmal sein Grab besucht. Dabei war auch Provinzdefinitor Pater Joseph Anton.
  4. Pater Augustin-Maria von Malgersdorf, Exprovinzial bezeugt folgendes: Ich erinnere mich noch genau an den Tag des Todes des Diener Gottes P. Viktrizius und war bei dessen Beerdigung zugegen. Ich habe auch schon sein Grab besucht, es ist in der 2. Reihe, von der Mauer weg das dritte.
  5. Frater Romuald von Vilshofen, Sakristan der Maria-Hilf Kirche erklärt: Ich war beim Sterben des Pater Viktrizius zugegen und habe ihn nach seinem Hinscheiden mit Hilfe des Krankenwärters, des Bruders Hermas von Künzing in den Sarg gelegt. Ich war bei der Beerdigung zugegen, am Grabstein steht sein Name.
  6. Herr erster Bürgermeister Brandl von Vilsbiburg bezeugt: Ich war beim Leichenbegräbnis des Paters Viktrizius als Vertreter der Marktgemeinde zugegen. Der Verstorbene wurde dort beigesetzt, wo jetzt der Grabstein mit der entsprechenden Inschrift steht. Ich habe auch sein Grab öfters besucht.
  7. Herr Kommunalverwalter Joseph Mayerhofer gibt an: Ich war bei der Beerdigung des Pater Viktrizius zugegen und habe auch sein Grab auf dem Klosterfriedhof besucht. Ich weiß genau, dass er dort beigesetzt wurde, wo der Grabstein mit seiner Inschrift sich befindet.
  8. Herr Lebzelter Christoph Lechner bezeugt: Ich war seinerzeit beim Leichenbegräbnis des Pater Viktrizius zugegen, er wurde dort wirklich beigesetzt, wo man jetzt sein Grab zeigt.

- Nach dieser Feststellung begab sich der bischöfliche Kommissär Pfarrer Dr. Anton Goetz mit seinem Aktuar Kooperator Georg Schächtl und den übrigen Genannten auf den Klosterfriedhof innerhalb der Klausur. Es wurde dort in der 2. Gräberreihe von der Wand aus gerechnet an 3. Stelle, ein Grab vorgefunden, reichlich mit Blumen geschmückt, mit einem Grabstein aus gelben Marmor, auf dem ein Reliefkreuz eingehauen war. Oben auf dem Grabstein befindet sich ein Holzkreuz mit metallenem Christus-Körper, der Stein trägt folgende Inschrift: A. R. P. Viktrizius, Exprovinzial, geb. 18. Dezember 1842, gest. 8. Oktober 1924. Die oben vereidigten Zeugen geben an, dass es in Wirklichkeit das Grab des am 8. Oktober 1924 verstorbenen Paters Viktrizius ist.

Öffnung des Grabes

Der bischöfliche Kommissär gab nun den Befehl das Grab zu öffnen. Nach Wegräumung der Blumen und einer Erdschicht, zeigte sich eine Schicht Bretter, dann ein Gewölbe. Dasselbe wurde durchbrochen und entfernt, dann zeigte sich ein wohlerhaltener Sarg. Derselbe wurde aus dem Grab genommen und ungeöffnet in die Kirche übertragen. Es wurde dabei der im Orden bei Beerdigungen übliche Ritus beobachtet. Offiziator war R. Pater Provinzial. Im rechten Seitenschiff der Kirche, vor dem Sankt Anna-Altar war eine neue Gruft mit Türen aus Eisenblech bereit gestellt. Der Sarg wurde nun mit schwarzen Wollbändern kreuzweise umwickelt und gebunden. Auf Schleife und Ende des Bandes wurde vom bischöflichen Kommissär das pfarrliche Siegel, Mariä Himmelfahrt darstellend, angebracht. Die Gruft wurde vom Offiziator benediziert (= gesegnet), dann wurde der Sarg in die Gruft hinab gelassen, die Eisentüren geschlossen, mit einem Hebel und einem Schlüssel. Den Schlüssel nahm der bischöfliche Kommissär an sich, um ihn im eisernen Schrank im Pfarrhof aufzubewahren. Der eiserne Hebel wurde dem Quardianat zur Aufbewahrung übergeben.

Nach den bei Beerdigungen üblichen Gebeten wurde das Grab geschlossen mit einer gelblichen Untersberger-Marmorplatte mit folgender Inschrift:

Hier ruht

Im Frieden Christi der Diener Gottes

  1. R. P. Victricius Weiss,

Exprovinzial der Bayerischen Kapuzinerprovinz,

welcher am 8. Oktober 1924 im Kloster Maria-Hilf zu Vilsbiburg

im Rufe der Heiligkeit gestorben ist.

Am 19. Oktober 1927 wurde er auf allgemeines Verlangen des Volkes mit Genehmigung des hochwürdigsten Herren Bischofes von Regensburg hieher übertragen.

  1. J. P.

Protokoll: Vorgelesen, bestätigt und unterschrieben: Vilsbiburg den 19. Oktober 1927.

Dr. Anton Goetz, Pfarrer. P. Franz Seraph von Bobingen, O.M.Cap. Provinzial. P. Joseph Anton O.M.Cap. Vizepostulator in Causa S.D. Conradi de Parzham. Joseph Brandl, I. Bürgermeister. Joseph Mayerhofer, Kommunalverwalter. Joseph Bohinger, Verwaltungs-Inspektor. Christoph Lechner. P. Dominicus von Schwäbisch-Gmünd. P. Franciscus Salesius, Vicarius aus Wendenheim. Emmanuel Graf von Montgelas. Frater Romuald O.M.Cap. Sakristan. P. Ingbert von Dahn, O.M.Cap., Provinzdefinitor. P. Augustin Maria Exprovinzial von Malgersdorf. Joseph Fuchs, Kooperator Vilsbiburg. P. Nicolaus von Würzburg O.M.Cap. P. Seraphin M. de Oberpindhart, O.M.Cap. P. Petrus Claver aus Friesheim, O.M.Cap. P. Johannes Maria aus Tiefenbach, O.M.Cap. G. Schächtl, Cooperator. Die Echtheit der Abschrift wird bestätigt: Vilsbiburg den 16. November 1927, Kath. Pfarramt Vilsbiburg Goetz.“ [25]

Der Vilsbiburger Anzeiger berichtet von der Übertragung am Samstag den 22. Oktober 1927 mit: „Ein denkwürdiger Tag. Am 8. Oktober 1924 starb im Kapuzinerkloster zu Vilsbiburg der hochwürdige P. Viktrizius Weiß, Exprovinzial des Kapuzinerordens in Bayern, im Rufe der Heiligkeit und fand seine Ruhestätte im Klosterfriedhof innerhalb der Klausur. Seit seinem seligen Heimgange mehrte sich der Ruf der Heiligkeit und es wurden auf seine Anrufung hin viele Gnaden erlangt. Da der Zutritt zum Grabe des Dieners Gottes den Frauenpersonen ganz verwehrt, den Männern aber erschwert war, drängten die Verehrer des hochverehrten Toten auf dessen Übertragung des Leichnams in die allen zugängliche Wallfahrtskirche Maria Hilf.“

Der Vilsbiburger Anzeiger berichtet weiter: „Trotzdem nach kirchlichen und polizeilichen Vorschriften die Stunde der Übertragung vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden musste, hatte sich während der Vorgänge auf dem Klosterfriedhof allmählich eine größere Menschenmenge angesammelt, die Männer im Klostergarten, die Frauen außerhalb der Klausurmauer oder in der Kirche. Es war bereits Nacht geworden, als die Prozession mit den irdischen Überresten sich in Bewegung setzte. Die Teilnehmer trugen brennende Kerzen. Es war ein weihevoller ergreifender Augenblick, als diese einzigartige Lichterprozession in stiller Nacht die hohe Stiege zur Maria Hilfkirche unter den Psalmgesängen der Patres und Priester sich empor bewegte.“ Der Anzeiger beendet den Bericht mit den Zeilen: „Den Teilnehmern dieser einzigartigen Feier wird dieser Tag unvergesslich sein“.


Ehemalige Begräbnisstelle mit Gedenkstein im Klosterfriedhof Maria Hilf

Das Grab auf dem Friedhof innerhalb der Klausur war nun leer. Der Grabstein, welcher nach Amtsantritt von Pater Dominicus von Schwäbisch-Gmünd im Jahr 1925 gesetzt wurde, stand über dem Begräbnisort. Heute steht er in der Seitenkapelle beim linken Treppenaufgang zur Kirche. Der Stein soll in nächster Zeit einen andern Platz bekommen.

Der Grabplatz auf dem Friedhof besteht heute noch, er ist durch einen Gedenkstein mit der Inschrift gekennzeichnet: „Hier ruhte P. Viktrizius Weiß 1924 – 1927“.


Grab von P. Viktrizius im rechten Seitenschiff von Maria Hilf, nach der Übertragung am 19. Oktober 1927. (Foto vom 9. November 1927)

Eine große Festlichkeit auf dem Maria Hilf Berg war am 1. und 2. September 1934. Es war der Festtag Mariä Namen, verbunden mit einem Gedenken an den vor 200 Jahren verstorbenen Wallfahrtstifters Donatus Barnabas Orelli. Bei der Orelli-Feier wurde der beim linken Aufgang zur Kirche gestaltete Orelli-Marienbrunnen gesegnet. Bei der festlichen Feier wurde auch derjenigen gedacht, die das Heiligtum zwei Jahrhunderte hindurch betreut und gepflegt haben, wie die ehrwürdigen Ordens- und Weltpriester, darunter insbesonders der im Rufe der Heiligkeit verstorbene Pater Viktrizius Weiß.  Zur Festlichkeit am Samstag den 1. September 1934 waren auch Verehrer aus dem Alpenland nach Vilsbiburg gekommen. Der Vilsbiburger Anzeiger schreibt: „Verehrung der Trachtler am Grab von P. Viktrizius Weiß. [26] Mehr als 40 Frauenpersonen drängten sich vor Schluss des Rosenkranzes in für uns auffälliger Tracht zum Grabe des hochseligen P. Viktrizius. Sie waren von der Marianischen Kongregation Reichenhall und Anger gekommen und fuhren nach Besuch des Grabes unter der Führung ihres Pfarrers H.H. Michael Rehrl nach Altfraunhofen, dem früheren Wirkungsort des Herrn Pfarrers.“

Altarbild mit P. Viktrizius in Aschaffenburg.

In der Kapuzinerkirche von Aschaffenburg wurde in den Tagen vom 13. bis 17. September 1934 eine Bruder-Konrad-Feier veranstaltet. Bei diesem Anlass erhielt die Kirche einen eigenen Bruder-Konrad-Altar. Den Altar ziert ein Gemälde des Malermeisters Adalbert Hock von Aschaffenburg. In der Mitte des Bildes thront die Mutter Maria, die Königin des Seraphischen Ordens, mit dem Jesuskind auf dem Schoß; zu beiden Seiten knien zwei Kapuziner und zwar zur Rechten der heilige Bruder Konrad, andächtig im Gebet versunken, und zur Linken der gottselige Pater Viktrizius, der seine letzte Ruhestätte in der Maria Hilfskirche von Vilsbiburg fand. [27]


Bericht im „Feierabend“, eine Beilage zum Vilsbiburger Anzeiger, Nr. 29, 14. Oktober 1934

Informationsprozess zur Seligsprechung

Am 3. Dezember 1929, am Tag des hl. Franz Xaver, wurde im bischöflichen Palast in Passau die erste Sitzung zur Seligsprechung von Pater Viktrizius Weiß gehalten: „Super scriptis“ - über die schriftlichen Hinterlassenschaften. Der Ordensgeneral hat den um den Seligsprechungsprozess des ehrwürdigen Bruders Konrad von Parzham hochverdienten Pater Josef Anton wieder als Vizepostulator des Seligsprechungsprozesses für Pater Viktrizius aufgestellt.

Nachdem die Bischöfliche Kurie Passau im Jahr 1929 den so genannten Seligsprechungsprozess, das ist die Prüfung des schriftlichen Nachlasses, durchgeführt hatte, wurde im Jahr 1935 der Informationsprozess über die Tugenden des „Diener Gottes“ und die auf seine Anrufung erfolgten Wunder von dem durch Bischof Michael eingesetzten Gerichtshof in Regensburg begonnen und im darauf folgenden Jahr vollendet. Am 5. April hat im Bischöflichen Ordinariat zu Regensburg der Seligsprechungsprozeß für Pater Viktrizius Weiß begonnen. Der Bischöfliche Gerichtshof in Regensburg war am 15. April 1935 zusammengetroffen; mit den Vernehmungen zur Seligsprechung konnte begonnen werden. Die Liste der 53 Zeugen war ausgewogen, die Aussagen wurden in den „Zeugenaussagen im Bischöflichen Prozeß für Pater Viktrizius Weiß O.F.M.Cap.“ niedergeschrieben. Anhand dieser Aussagen eröffnet am 25. April 1935 der Regensburger Bischof Michael Buchberger den Prozeß der Seligsprechung.

Der Vilsbiburger Anzeiger vom 23. März 1935 berichtet: Vorbereitung von Selig- und Heiligsprechungen aus der Oberpfalz und Niederbayern. Im letzen Katalog der katholischen Ritenkongregation über Heilig- und Seligsprechungsprozesse sind aus unserer engeren Heimat enthalten: Bartholomäus Bauer von Amberg in der Oberpfalz. Er ist nach einem heiligmäßigen, durch Predigertätigkeit besonders ausgezeichneten Leben am 23. Mai 1621 in Neapel gestorben. Zeitlich noch näher gerückt ist uns Pater Viktrizius Weiß, ein geborener Niederbayern aus Eggenfelden, der am 8. Oktober 1924 zu Vilsbiburg gestorben und in der Wallfahrtskirche Mariahilf begraben ist. Die Diözese ersehnt besonders vertrauensvoll seine Seligsprechung.

- Vilsbiburger Anzeiger 10. April 1935: Eine freudige Nachricht kann mitgeteilt werden. In der Sache des Seligsprechungsprozesses des Ehrwürdigen Diener Gottes P. Viktrizius Weiß, geht es nun vorwärts. Am 25. April 1935 findet in Regensburg am Bischöflichen Ordinariat die erste feierliche Sitzung über die Seligsprechung des Gottseligen statt. Möge der Herr es fügen, dass es damit ebenso schnell gehe wie beim hl. Bruder Konrad. In den nachfolgenden Jahren blieb die Erinnerung an Pater Viktrizius immer lebendig – der Ruf der Heiligkeit verdichtete sich; am 25. April 1935 eröffnete Bischof Michael Buchberger den Prozess für eine Seligsprechung. [28]


Der Bischöfliche Gerichtshof am 25. April 1935 auf Maria Hilf. Nach Abschluss der Zeugenvernehmung zur Seligsprechung von Pater Viktrizius Weiß, besuchte
am 25. April 1935 der Bischöfliche Gerichtshof das Grab des Dieners Gottes in der Wallfahrtskirche Maria Hilf in Vilsbiburg.
Foto: von links: Monsignore Forster, Domvikar, Notar. Prälat Wührl, Domkapitular Richter. Prälat Münz, Domkapitular, Richter.
Pater Josef Anton Kessler, Vizepostulator. Prälat Dr. Krieg, Hochschulprofessor, Vorsitzender des Gerichtshofes.
Monsignore Meindl, Seminardirektor, Glaubensanwalt, genannt „Advokat des Teufels“.

- Vilsbiburger Anzeiger 6. Mai 1935: Über den Verlauf des Seligsprechungsprozesses von Pater Viktrizius gab anlässlich der Verkehrs- und Verschönerungsvereinsversammlung am Samstag Abend (4. Mai) H.H. Geistlicher Rat Dr. Goetz bekannt, dass am morgigen Dienstag den 7. Mai eine Kommission nach Vilsbiburg kommen werde, um an Ort und Stelle Erhebungen zu pflegen. Es werden verschiedene Personen vernommen, einige Personen werden zur Vernehmung auch nach Regensburg beordert. Wenngleich der Seligsprechungsprozess erfreuliche Fortschritte macht, so darf doch keineswegs mit dessen endgültigem Erfolg vor einigen Jahren gerechnet werden.

- Vilsbiburger Anzeiger 9. Mai 1935: Vom Seligsprechungsprozess des Pater Viktrizius: Vom Dienstag bis Donnerstag tagte in Vilsbiburg der bischöfliche Gerichtshof des Seligsprechungsprozesses des Diener Gottes P. Viktrizius, welcher am 8. Oktober 1924 im hiesigen Kapuzinerkloster im Rufe der Heiligkeit gestorben ist. Der bischöfliche Gerichtshof besteht aus folgenden Herren: H.H. Geistlicher Rat Dr. Krieg, Hochschulprofessor in Regensburg, die Domkapitulare Murz und Wührl als Richter, H. Seminardirektor Meierl als Glaubensanwalt und H. Domvikar Propst als Notar. Anwalt des Kapuzinerordens ist P. Joseph Anton von Altötting. Der Gerichtshof verhörte vier Karmelitinnen, die hochbetagte Ausgeherin des Kloster Kreszenz Reibl und den Krankenbruder Hermes.

Der Seligsprechungsprozess wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Nach dem Krieg steht im Kapuziner-Jahresbericht von 1950/51: Am Grab des gottseligen P. Viktrizius fanden sich in diesem Jahr ein: Sr. Eminenz der Kardinal Preysing von Berlin, ferner der Weihbischof Exzellenz Hiltl. Anlässlich der Firmung hier, kam er auch zur Jugendkundgebung von ca. 3000 bis 4000 Mädchen und Burschen von sechs Dekananten auf den Berg. Er betete am Grab von P. Viktrizius und besuchte seine Sterbezelle.


Grabstätte von P. Viktrizius um 1935

Die Rekognoszierung

1953/54 konnte der durch politische und kriegerische Ereignisse stark beeinträchtigte Apostolische Prozess für Pater Viktrizius aufgenommen und beendet werden.

Aus den Aufschreibungen im Vilsbiburger Klosterarchiv geht hervor, dass am 22. April 1954 unter dem Vorsitz Seiner Exzellenz des Diözesanbischofs im Beisein des bischöflichen Gerichtshofes die Rekognoszierung der Gebeine des gottseligen Pater Viktrizius stattfand. [29] Der neue Guardian Pater Olaf berichtet im Jahresbericht 1952/53: Mit der Renovierung der Kirche wurde am 15. Juni 1953 begonnen. Während der Renovierung war auch die Erhebung (Rekognoszierung) der Gebeine von Pater Viktrizius am 22. April 1954.

Am 22. April 1954 fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Erhebung und Begutachtung der irdischen Überreste statt. Die Rekognoszierung des Leichnams war im Verlauf des Apostolischen Prozesses zur Seligsprechung vorgeschrieben. Der Regensburger Erzbischof Michael Buchberger kam bereits am Mittwochabend, somit einen Tag früher nach Vilsbiburg, wo er im Pfarrhof übernachtete.

Die Kirchentüren der Wallfahrtskirche Maria Hilf waren am Donnerstag den 22. April 1954 schon morgens verschlossen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand die Erhebung und Begutachtung der irdischen Überreste von Pater Viktrizius statt. Die Rekognoszierung war im Verlauf des apostolischen Prozesses zur Seligsprechung vorgeschrieben, welcher nach einer Zwangspause durch den Zweiten Weltkrieg, im November 1953 angelaufen ist. Kraft apostolischer Autorität, als Vorgesetzter des bischöflichen Gerichtshofes, war Seine Exzellenz, der Erzbischof von Regensburg, Dr. Michael Buchberger nach Vilsbiburg gekommen. Der bischöfliche Gerichtshof bestand aus dem Domherrn des Regensburger Domkapitels, der Provinzleitung der bayerischen Kapuziner, vertreten durch Pater Dr. Maximilian Neumayr-Deggendorf mit seinen vier Beiräten, [30] zwei Ärzte, welche die medizinischen Untersuchungen vorgenommen haben und sechs Vilsbiburger Handwerker. Ferner waren anwesend, der Geistliche Rat, Stadtpfarrer Hirl mit Vertretern der Geistlichkeit der Umgebung und des Ordensklerus, sowie Landrat Dr. Hartl und Vertreter des Bürgermeisters von Vilsbiburg und der Kirchenverwaltung. Dem Vizepostulator Pater Methodius oblag die Organisation der Erhebung und Rekognoszierung. Um 10 Uhr begann die Untersuchung und war gegen 17 Uhr beendet. Die Untersuchung ergab, dass der Leib des Diener Gottes Pater Viktrizius Weiß noch ziemlich gut erhalten war. Nach Abschluss der Untersuchung wurde der Leichnam in einen Doppelsarg gebettet; zuerst in ein Zinksarg, dieser kam in einen Holzsarg. Beide Särge wurden versiegelt und kamen wieder in die Gruft im Seitenschiff.

Bei der Öffnung des Zinksarges und der Begutachtung des Leichnams von P. Viktrizius, war auch der 1995 verstorbene Vilsbiburger Spenglermeister Josef Kuhn (geb. 13.9.1915, gest. 2.6. 1995) anwesend. In einem Vortrag von Pater Olaf, über die Seligsprechung von Pater Viktrizius, hatte er Kuhn gebeten, hierbei etwas über die Öffnung des Zinksarges zu berichten. Kuhn erzählte, dass nach der Öffnung der Gruft, der Zinksarg herausgehoben wurde. Mit einem Meißel versuchte er die Nahtstellen zu durchbrechen. Mit einigen Schlägen war dies geschehen und es entstand ein Loch in der Zinkhülle. Sodann entwich dem Sarg durch die Öffnung ein Verwesungsgeruch, den Kuhn so schnell nicht mehr vergessen konnte. Nach dem Öffnen des Sarges lag der Leichnam in seltsamer angenehmer Ruhe da. Es waren keine Verwesungsanzeichen zu erkennen, man glaubte, es seien auch die Barthaare noch gewachsen. Beim auseinander ziehen der Hände, waren an den inneren Flächen noch rötliche Färbungen zu erkennen. Die Haut des Verstorbenen war glatt und nicht verfärbt. Nach der Begutachtung des Komitees, wurde der Leichnam in einen neuen, doch etwas zu kurzen Zinksarg gebettet und wieder verschlossen. [31]

Stand der Seligsprechung

„Der Seligsprechungsprozess geht weiter“ so heißt es im Vilsbiburger Anzeiger vom April 1954, „bis jetzt sind in Regensburg 36 Zeugen vernommen worden. Man hofft, dass die Zeugenvernehmung im Mai oder Juni des Jahres fortgesetzt werden kann. Alle Akten kommen nach Rom an die heilige Ritenkongregation. Die Erhebung und Rekognoszierung der irdischen Überreste von Pater Viktrizius ist eine wichtige Phase des Seligsprechungsprozesses. Manche der Anwesenden mochten mit der Überzeugung weggegangen sein, dass sie einem seltenen historischen Ereignis beiwohnen durften“ schreibt der Anzeiger.

- Vielleicht ist es nicht uninteressant in den Klosterunterlagen zu lesen, dass vom 1. Juli 1953 bis 30. Juni 1954 die Zahl der Kommunionen gegenüber dem Vorjahr um 6000 zugenommen haben, und nun bei 66 000 Kommunionen im Jahreszeitraum liegen. Im Kloster-Jahresbericht 1954/55 steht: Das Grab des Pater Viktrizius wird gerne von Pilgern und Betern besucht. Am 10. und 12. November 1954 war der hohe Gerichtshof von Regensburg hier, um 9 Zeugen über das Wunder zu verhören. [32]

Im Bistum Regensburg sind relativ viele aktuelle Prozesse für eine Seligsprechung im Laufen. Deshalb richtete Bischof Rudolf Graber 1977 die Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsverfahren ein. Dort laufen die Fäden aller drei Gremien zusammen, die sich mit jedem einzelnen Verfahren auseinandersetzten. Das sind die historische Kommission, die theologische Kommission und der Gerichtshof. Theologen, Historiker, Mediziner, technische Sachverständige: Verschiedene Fachleute arbeiten daran die Heiligkeit einer Person zu überprüfen. Zwei Bereiche gilt es dabei zu untersuchen: die Tugend und die Wunderwirkung der entsprechenden Person. Bei den Wundern handelt es sich oft um unerklärliche Heilungen von schwerer Krankheit. Heilungen dienen meist als Grundlage, weil man den Heilungsverlauf durch Gutachter und ärztliche Stellungnahme belegen kann. Im Zuge des Untersuchungsverfahrens werden Briefe und andere handschriftlichen Zeugnisse ebenso berücksichtigt wie das soziale Umfeld der Person. 60 bis 80 Personen sollten das sein – und zwar sowohl Befürworter als auch Gegner einer Selig- oder Heiligsprechung. Generell beginnt die „Laufbahn“ eines potentiellen Heiligen damit, dass die Person im Ruf der Heiligkeit stirbt. Der entscheidende Aspekt für eine Selig- oder Heiligsprechung sei neben dem Andenken auch die Verehrung. Es muß sich eine kultische Verehrung manifestieren. Das Grab muß sich zu einem Kultort entwickeln, an dem die Gläubigen den Verstorbenen um Fürsprache anrufen. [33]

Die vielen sorgfältigen Aussagen über Pater Viktrizius haben inzwischen von der Kirche ihre Würdigung erfahren. Am 10. Mai 1979 wurde in Gegenwart des Heiligen Vaters, Johannes Paul II. das Urteil ausgesprochen und feierlich erklärt: Pater Viktrizius hat sein Leben in jeder Weise vorbildlich heroisch geführt. Er darf daher „Ehrwürdiger Diener Gottes“ genannt werden. Damit war ein wichtiger Schritt für eine künftige Seligsprechung getan. [34]


Bronze-Plastik mit Lebensstationen von Pater Dr. Viktrizius Weiß, vom Eggenfeldener Bildhauer Joseph Michael Neustifter

Am 28. Januar 1983 baten die bayerischen Bischöfe bei einem Adlimina-Besuch in Rom den Heiligen Vater, er möchte vier heiligmäßige Menschen selig sprechen: den Kapuziner Pater Viktrizius Weiß, den Jesuiten Pater Rupert Mayer, die Karmelitin Edith Stein und die Arme Schulschwester Theresia Gerhardinger. Sie begründeten ihre Bitte wie folgt: „Wir erwarten uns von der Seligsprechung dieser vorbildhaften Christen einen Ansporn für eine entschiedenere Nachfolge des Herrn und eine Stärkung des Glaubens in unseren Diözesen.“

- Der Vizepostulator der Seligsprechung, Pater Karl Kleiner arbeitet 1996 an einem Film über P. Viktrizius. Titel: „Gott ich suche dich“. Das Leben des Viktrizius Weiß auf DVD und Video, 30 Minuten. Zu erhalten beim Provinzialat der Bayerischen Kapuziner in München.

- Pater Dr. Viktrizius Weiß ist „im Rufe der Heiligkeit“ gestorben. Zahlreiche auffallende Gebetserhörungen nähren fortwährend das Vertrauen auf seine Fürbitte. Im 50. Freundesbrief für Pater Viktrizius im Jahr 2007 schreibt P. Karl Kleiner: „In den Seligsprechungsprozeß des Pater Viktrizius ist erfreulicherweise Bewegung gekommen, eine Gebetserhörung war der Auslöser“.


Heutige Begräbnisanlage für P. Viktrizius, im rechten Seitenschiff von Maria Hilf

Montag 30. Juni 2008: Etwa 30 Kapuziner kamen mit dem Kapuziner-Provinzial von Altötting zur Bergkirche um das Grab des P. Viktrizius zu besuchen. Um 15:00 Uhr war eine hl. Messe mit dem Provinzial Pater Josef Mittermeier in Konzelebration mit Pater Felix Kraus aus Altötting, Pater Martin Geißlreiter aus Aschaffenburg, Stadtpfarrer Siegfried Heilmer und dem Wallfahrtsdirektor Salesianerpater Herbert Müller. Anschließend zogen die Kapuziner zum Seitenschiff an das Grab von Pater Viktrizius. Nach einem Gedenken mit Gebeten und Liedern, statteten die Patres auch dem Kapuzinerfriedhof einen Besuch ab.


Besuch der Kapuziner am 30. Juni 2008 am Grab von P. Viktrizius

Bitte an Papst Benedikt XVI. in Rom

- August 2008: Eine Vilsbiburger Reisegruppe mit dem Vilsbiburger Salesianerpater und Wallfahrtsdirektor der Maria Hilf Kirche von Vilsbiburg Herbert Müller, übergibt an den „bayerischen Pontifex“ Papst Benedikt XVI. eine vielseitige Informations- und Bittschrift, erstellt von Peter Käser.

- September 2008: An die Leitung der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsverfahren der Diözese Regensburg, Herr Domvikar Georg Schwager wird ebenfalls eine Informationsschrift über Pater Viktrizius übergeben. Schwager informiert: „Zu ihrer Information darf ich ihnen mitteilen, dass der Seligsprechungsprozess gute Fortschritte macht und eine Seligsprechung durchaus möglich ist. Allerdings müssen die kirchenrechtlichen Schritte eingehalten werden und so bitten wir um etwas Geduld.“ [35]

Sternbild des Lebens.

Aus der Hoffnungsenzyklika Papst Benedikts XVI. zur Frage: Warum brauchen wir die Heiligen? „Die wahren Sternbilder unseres Lebens sind die Menschen, die recht zu leben wussten. Sie sind Lichter der Hoffnung.“


Passbild von Pater Dr. Viktrizius Weiß


Pater Karl Kleiner: Näher bei Gott, das Leben des Viktrizius Weiß
Provinz der Bayerischen Kapuziner, Tengstr. 7, 80798 München. Erste Ausgabe 2003, 50 Seiten


FREUNDES BRIEF mit Kapuzinerpater Viktrizius Weiß
Herausgeber: Provinz der Bayerischen Kapuziner, München, Redakteur: Pater Karl Kleiner, Rosenheim

- Der Artikel wurde anlässlich der Ausstellung im Museum des Heimatverein Vilsbiburg „Vilsbiburger im Porträt“ im Jahr 2009, in die Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 11 aufgenommen, Seite 87 bis 118.

Vizepostulatoren der Seligsprechung

1929 Pater Joseph Anton Kessler, OMCap. Altötting, Postulator, Vizepostulator.

19..  Pater Raphael von Vallefinaria, Generalpostulator des Kapuzinerordens.

1953 Pater Bernardin a Senis, Generalpostulator.

1958 Pater Methodius O.F.M.Cap., Kloster Maria Hilf Vilsbiburg, Vizepostulator des Seligsprechungsprozesses.

1989: Pater Martin Geißlreiter, Dr.: Seit 1989 Guardian und Vizepostulator im Seligsprechungsprozeß für Pater Viktrizius Weiß. Er ist Diözesanrichter (Eichstätt), Lektor für Kirchenrecht (diese Tätigkeit muß jetzt ruhen). Pater Martin Geißlreiter, Dr. iur. can. Seit 1989 Guardian im Kapuzinerkloster Vilsbiburg. Geißlreiter kam aus Eichstätt. Pater Zeno Ganserer, der vormalige Guardian wurde Vikar und blieb Wallfahrtsdirektor.

1999: Im Jahr 1999 übernahm der Kapuzinerpater Karl Kleiner die Vizepostulatur im Seligsprechungsprozess für P. Viktrizius Weiß.


Quellen:

- Pater Edilbert Lindner, Kapuziner, Altötting: Ein Lebensbild, 19.11.1974: Zum 50jährigen Todestag: P. Viktrizius Weiß.

- Pater Zeno Ganser: Novene zu Pater Viktrizius Weiß, Kapuziner, Neuntägiges Gebet in besonderen Anliegen, Altötting, (20. September 1982), 7. Auflage 2000, Pater Karl Kleiner.

- Pater Martin Geißlreiter, Vizepostulator dieser Causa: Pater Viktrizius Weiß OFM Cap., Geistliches Tagebuch der Jahre 1872 und 1873, Handschriftlicher Nachlass. 14. Mai 1989.

- Geißlreiter, Martin OFM Cap.: Radio-Exerzitien, Gottes Wille: Eure Heilung, Deutsche Sendungen von RADIO VATIKAN, Johannes-Verlag Leutersdorf, Seite 69ff: Nr. X. Ein vorbildhafter Mensch: Pater Viktrizius Weiß. 1992.

- Geißlreiter, Martin OFM Cap.: Pater Viktrizius Weiß aus Eggenfelden/Ndb. Kapuziner, Heftserie, Herausgeber: Provinzialat der Bayerischen Kapuziner, München.

- Pater Karl Kleiner: FREUNDES BRIEF mit Kapuzinerpater Viktrizius Weiß, Herausgeber: Provinz der Bayerischen Kapuziner, München, Redakteur: Pater Karl Kleiner, Rosenheim.

- Pater Karl Kleiner: Näher bei Gott, das Leben des Viktrizius Weiß. Provinz der Bayerischen Kapuziner, Tengstr. 7, 80798 München. Erste Ausgabe 2003, 50 Seiten.

- Schauberger Vera und Schindler Hans Michael: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Pattloch Verlag, Seite 521, Pater Viktrizius, Fotos vom Grab und Passfoto.

- Pater Karl Kleiner: P. Viktrizius Weiß, Lebensgeschichte eines Kapuziners, Bildheft, Altötting 1980.

- A P. Fabianus O.F.M.Cap.: Pater Viktrizius Weiß de Dienaar von Zijn dienaren. `s Hertogenbosch 1949.

- Alois J. Weichselgartner: Pater Viktrizius Weiß, Ein Lebensbild. Altötting 1968.

- Bischof Dr. Rudolf Graber: Mittelmäßigkeit ist nicht dein Beruf. Predigt am 13.10.1974 im „Amtsblatt für die Diözese Regensburg“ 13/1974.

- Faltblatt „Also Mut. Gott hat die Tür geöffnet“. Kapuzinerverlag Altötting.

- Müller, Herbert, Pater, Salesianer Don Boscos: Kirchenführer Wallfahrtskirche Maria Hilf.

- Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 11: Pater Dr. Viktrizius Weiß O. H: Cap. (Peter Käser), Seite 87 bis 118.


[1] Informationen von Pfarrer Dr. Wolfgang Vogl von Konnersreuth und Pfarrer Johann Schober, Johannisthal, 30. Mai 2008.

[2]  Mößmer, Anton, Dr.: Ärzte, Bürger, Herzöge, eine Dokumentation zur Medizinalgeschichte der Stadt Landshut, 2004, S. 646, Weiß Anton.

[3]  Im Klosterfriedhof auf Maria Hilf in Vilsbiburg sind die Grabtafeln der Familie Weiß, beim Eingang, an der Wand angebracht. Auf der rechten Grabtafel ist Wilhelm Weiß verewigt: * 01. Februar 1855, † 22. September 1874, Candidat der Philosophie (Theologiestudent).

[4]  Hartmann, Timotheus, Pater: Chirurg Anton Weiß. Das Lebensbild eines Eggenfeldener Bürgers der Biedermeierzeit, in: Heimat an Rott und Inn, Jahr 1974, Seite 186-223.

[5]  Herzog, Theo: Landshuter Häuserchronik, 1957, Zweibrückenstrasse, Neubau 1856/57, Haus Nr. 678 (754) IV/10, 1854 von Grundler Dominikus. Weiß Anton, Chirurg, 1901. S. 275, Abgabe von Grundstücken in der Leukstrasse: Leukstraße 678 ¼, 678 1/3, 678 ½.

- Lein, Karl: Heimat an Rott und Inn, Band XXII, 1989. Die nach Personen benannten Straßen in Eggenfelden, Seite 160f, P. Viktrizius-Weiß-Straße. Benennung durch Stadtratsbeschluss vom 6. August 1986.

[6]  Provinzarchiv der Bayerischen Kapuziner, München. Herzlichen Dank an die Archivarin Frau Dr. Carolin Weichselgartner.

[7]  Landshuter Zeitung, Donnerstag 19. Juli 1866, Nr. 170.

[8]  Selig- und Heiligsprechung des Dieners Gottes P. Victricius von Eggenfelden, Profeßpriester aus dem Kapuzinerorden. Ratisbonensis. P. Raphael von Vallefinaria, Generalpustulator des Kapuzinerordens stellt zusammen…Angaben und Artikel über den Ruf der Heiligkeit, der Tugenden und Wunder...und bittet, dieselben bei der bischöflichen Behörde in Regensburg zum Beweis vorzulegen…, DIN A 5,  75 Seiten.

[9]  P. Viktricius Weiß, Kapuziner, in: 1200 Jahre Bistum Regensburg, 1939, S. 260.

[10]  Geschichte der Bayerischen Kapuziner-Ordensprovinz (1593-1902), Bearbeitet von P. Angelikus Eberl, 1902, Seite 626ff, mit Foto von P. Viktrizius, S. 777, AHV.

[11]  Mühlbauer, Matthias, Kooperator von St. Jakob in Straubing: „Erinnerung an das zweihundertjährige Jubiläum der Wallfahrt Maria-Hilf bei Vilsbiburg.“ 7. bis 12. September 1886. AHV.

[12]  Fünf Monate nach dem Tod von P. Viktrizius, am 7. März 1925, bringt der Altöttinger Kapuzinerprovinzial Pater Emmeram von Sommerau eine kleine Broschüre heraus, die gesammelten jährlichen Sendschreiben von Exprovinzial P. Viktrizius Weiß. Darin sind die Sendschreiben der Jahre 1884-1889, 1893-1898, 1905-1907 enthalten.

[13]  Altöttinger Liebfrauenbote: Für die Brüder und mit den Brüdern; 6. Oktober 1996. Vilsbiburger Zeitung, 8. Oktober 1996.

[14]  Altötting den 5 März 1925, Pater Emmeram von Sommerau, O.M.Cap., zurzeit Provinzial: Sendschreiben des Diener Gottes P. Victricius von Eggenfelden, Exprovinzial der bayerischen Kapuzinerprovinz.

[15] VA, Donnerstag 6. August 1908, Vilsbiburg 5. August.

[16]  VA, 8. August 1908. Das Provinzialkapitel, (Vilsbiburg 7. August 1908).

[17]  PfAV, Seelsorgestellen, Nr. 122/1 Kapuziner (Maria Hilf) 1908-1940. Dabei: Status der bayerischen Kapuziner-Ordens-Provinz am 6. August 1908 (Altötting) - Vilsbiburg.

[18]  A.R.P. = Admodum Reverendus Pater, zu Deutsch etwa: sehr verehrungswürdiger Pater. Das war die Anrede eines Höheren Oberen, d. h. eines Provinzials oder auch der Definitoren.

[19]  PfAV, Seelsorgestellen und Nr. 122/1 Kapuziner (Maria Hilf) 1908 bis 1940.

[20]  NHB, Nr. 30, November 1925, Karl Lindorfer, Seite 118/119.

[21]  P. Viktrizius Weiß O.M.Cap. Ein Lebensbild von P. Ingbert Naab. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München, 1930, 228 Seiten, mit mehreren ganzseitigen Fotographien.

[22]   Anm. 21.

[23]   Zwei Aufsätze über P. Viktrizius im „Klerusblatt“ von P. Dr. Maximilian Neumayer, Provinzial der bayerischen Kapuziner: „Priesterliche Innerlichkeit“ und „Priesterliche Humanitas“.

[24]  P. Joseph Anton: Der Diener Gottes P. Viktrizius Weiß. Die erste Kleinschrift nach der Überführung in die Wallfahrtskirche am 19. Oktober 1927. Verlag der bayerischen Kapuziner, 8. Mai 1929, 32 Seiten, mit einem Titelbild

[25]  PfAV, Nr. 122/2.

[26]  VA, 1. September 1934.

[27]  VA, 24. September 1934.

Der ehemalige Vizepostulator für die Seligsprechung von Pater Viktrizius, Pater Martin Geißlreiter, ist zurzeit im Kapuzinerkonvent in Aschaffenburg. Rückschreiben durch Pater Christian Häfele, 9. Januar 2008, Kapuzinerkloster Aschaffenburg: Das Altarblatt ist heute im Kloster nicht mehr vorhanden.

[28]  Selig- und Heiligsprechung des „Diener Gottes“ P. Victricius von Eggenfelden, Profeßpriester aus dem Kapuzinerorden. Ratisbonensis. P. Raphael von Vallefinaria, Generalpustulator des Kapuzinerordens stellt zusammen…Angaben und Artikel über den Ruf der Heiligkeit, der Tugenden und Wunder … und bittet, dieselben bei der bischöflichen Behörde in Regensburg zum Beweis vorzulegen…, DIN A 5,  75 Seiten. Keine Jahressangabe (im Kloster Maria Hilf).

[29]  Klosterarchiv Maria Hilf, Fach, Fasz. 22, Jahresberichte 1951-1990.

[30]  Definitoren, Definitor, ist der Mittelsmann zwischen Oberen und Generaloberen eines Ordens, der Leitung der Ordensprovinz.

[31]  Quelle: Gespräch von Peter Käser mit Maria Kuhn, der Gattin von Josef Kuhn, am Vilsbiburger Fatimatag, Dienstag den 13. Januar 2009, in ihrer Wohnung auf dem Berg bei Maria Hilf.

[32]  1958: Vizepostulator des Seligsprechungsprozesses, Pater Methodius O.F.M.Cap., Kloster Maria Hilf Vilsbiburg.

[33]  Schwager, Georg, Domvikar, Schwarze-Bären-Str. 2, 93047 Regensburg, Leiter der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsverfahren der Diözese Regensburg, in: Sternbilder des Lebens, Katholische Sonntags-Zeitung, Nr. 37, 2008.

[34]  Geißlreiter, Martin, OFMCap: SONNEN STERBEN NICHT, 1. Auflage 1986, Pater Viktrizius Weiß OFMCap, Vorbild der Menschen; Johannes-Verlag Leuterdorf, S. 37).

[35]  Schreiben vom 29.09. 2008, Domvikar Georg Schwager (Bistum Regensburg – Selig- und Heiligsprechungsprozesse) an Peter Käser, Binabiburg.


Erklärung zu den Abkürzungen:

AHV = Archiv des Heimatverein Vilsbiburg.

NHB = Niederbayerische Heimatblätter. Eine Beilage zum Vilsbiburger Anzeiger.

PfAV = Pfarrarchiv Vilsbiburg.

VA = Vilsbiburger Anzeiger

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